Flachdach abdichten - Das erfahren Sie in diesem Ratgeber:
Welche Regelwerke gelten beim Flachdach abdichten? DIN 18531 oder Fachregel für Abdichtungen ZVDH (Flachdachrichtlinie) und warum Sie das schon bei der Planung festlegen müssen
Wie dichtet man ein Flachdach richtig ab? Die wichtigsten Schritte von der Gefälleplanung bis zur fachgerechten Abdichtung
15 Praxistipps für die fehlerfreie Abdichtung – Gefälle, Anschlüsse, Windsogsicherung, Durchdringungen und mehr richtig ausführen
Häufige Fehlerquellen – und wie Sie teure Nachbesserungen von vornherein vermeiden
Spezielle Herausforderungen – Solaranlagen, begehbare Dächer, Türanschlüsse und Holzkonstruktionen
Flachdach abdichten – aber nach den richtigen Regeln
Die richtige Abdichtung fürs Flachdach ist entscheidend, um Regenwasser schnell und dauerhaft abzuleiten – sonst drohen teure Schäden. Im Ernstfall prüft der Gutachter: Wurde nach den Vorgaben gearbeitet?
Bevor die erste Abdichtungsbahn verlegt wird, muss klar sein: Nach welchem Regelwerk wird gearbeitet?
Es gibt zwei anerkannte Regelwerke für Flachdächer:
DIN 18531
Fachregel für Abdichtungen ZVDH (Flachdachrichtlinie)
Das Problem: Beide verwenden unterschiedliche Formulierungen:
„Sollen, müssen" = Pflicht (Man MUSS das so machen)
„Sollten" = Empfehlung (Man kann es auch anders machen, wenn es fachgerecht ist)
Beispiel Gefälle:
Die Flachdachrichtlinie sagt: „Das Dach soll 2% Gefälle haben" = Pflicht
In der DIN 18531 heißt es: „Das Dach sollte 2% Gefälle haben" = Empfehlung
Darum ist es entscheidend, schon bei der Projektplanung und Angebotserstellung festzulegen, nach welchem Regelwerk gearbeitet wird. So vermeiden Sie spätere Reklamationen und sind rechtlich auf der sicheren Seite.

Die aufgeführten Kriterien stehen in enger Wechselwirkung zueinander. Das verdeutlicht die Komplexität der Problematik. Schon der Ausfall eines Gliedes innerhalb der Kette kann die Funktionalität des Gesamtwerkes infrage stellen und zu Schäden führen. Daher sind die fachgerechte Planung und Ausführung nach den Vorgaben des entsprechenden technischen Regelwerkes von entscheidender Bedeutung.
1. Flachdach abdichten: Das richtige Gefälle einplanen
Großflächige Wasserstandsstellen aufgrund fehlenden Gefälles
Hier erfolgt dagegen eine ungehinderte Entwässerung
2. Abläufe richtig positionieren
Entwässerung befindet sich oberhalb der Dachfläche
Fachgerechter Einbau der Entwässerung mit zusätzlicher Absenkung der Ablaufbereiche
3. Anschlüsse hoch genug ausführen
Fehlende oberseitige Verwahrung hat zum Eindringen von Wasser geführt; daraus resultiert eine Wassersackbildung hinter dem Anschluss
Fachgerechter Anschluss an eine Lüfterkonstruktion; durchgehende Abdichtung bis unter die Abdeckung
4. Türanschlüsse fachgerecht abdichten
Wasserstand im gesamten Bereich der Terrasse; zu geringe Anschlusshöhen im Fenster- und Türbereich
Ausreichende Anschlusshöhe und handwerklich saubere Ausbildung
5. Abdichtungsbahnen faltenfrei verlegen
Teilweise offenstehende Nahtverbindung, verbunden mit Faltenbildung und Wassereintritt
Glatte, faltenfreie Verlegung der Abdichtung; wasserdichte Nahtfügung mit gut erkennbarer Schweißraupe und sauberer T-Stoß-Ausbildung
6. Die richtige Dachrandhöhe einhalten
Nicht vorhandene Dachranderhöhung: das Niederschlagswasser wird praktisch über den Dachrand abgeführt
Fachgerechte Lösung: ausreichende Dachrandhöhe in Verbindung mit winddichtem und hinterlaufsicherem Dachrandabschluss
7. Mindestabstände bei Durchführungen beachten
Einbau einer Rohrdurchführung unmittelbar an aufgehender Wand; ein handwerklich sauberer Anschluss ist kaum möglich
Regelkonforme Positionierung von Lüftern innerhalb der Dachfläche mit ausreichenden Abständen untereinander
8. Abdichtung gegen Abrutschen sichern
9. Wasserstau am Traufbereich verhindern
Zu hoch angeordnete Traufbohle führt zu einem vermeidbaren Wasserstau vor der Traufkonstruktion.
Die Entwässerung erfolgt ungehindert. Die vorgehängte Rinne wurde innenseitig mit einem geforderten Korrosionsschutzanstrich versehen.
10. Flachdächer mit Solaranlagen richtig abdichten
Zu geringer Abstand zwischen technischer Anlage und Belagsschicht erschwert die Zugänglichkeit bei Wartungs- oder Instandhaltungsarbeiten.
Ausreichender Höhenabstand für die freie Zugänglichkeit zur Dachabdichtung.
11. Gegen Windsog sichern
Falsche Positionierung des Befestigers verhindert eine wasserdichte Nahtfügung.
Der Abstand zwischen Lastverteilteller und Bahnenkante beträgt mindestens 10 mm. Die Klemmwirkung wird dadurch bei Windsogeinwirkung gewährleistet.
12. Mechanische Befestigung anbringen
13. Begehbare Dächer schützen
Fehlende Schutzmaßnahme des Anschlussbereiches vor mechanischen Beschädigungen.
Fachgerechte Ausführung der Dachterrasse mit Nutz- und Schutzschicht sowie Schutzblechen im Anschlussbereich.
14. Wärmedämmung richtig wählen
Die wärmereflektierende Oberfläche der technischen Anlage hat zum partiellen Aufschmelzen der EPS-Wärmedämmung, verbunden mit einer Reduzierung der Dämmschichtdicke, geführt.
Eine Kiesauflast schützt die EPS-Wärmedämmung vor Überhitzung bzw. Beschädigung.
15. Holzdächer vor Feuchtigkeit schützen
Eindringende bzw. verbleibende Feuchtigkeit zerstört die Holzbauteile unterhalb der Dachabdichtung.
Mit der Verlegung einer schwarzen Dachabdichtung ohne Verschattung werden zwei der gesonderten Anforderungen für derartige Dachkonstruktionen erfüllt.
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