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EPDM-Dachdurchführung: Alles zur erfolgreichen Abdichtung (mit Video)

Anwendungstechniker zeigt die korrekte Anwendung von EPDM-Stülpmanschetten an einer Rohrdurchführung

Erfahren Sie, wie Sie EPDM-Dachdurchführungen korrekt einsetzen. Unser Artikel bietet Ihnen praktische Hinweise zur Anwendung, ein unterstützendes Video und hilft Ihnen, Fehler zu vermeiden. Besonderes Augenmerk liegt auf der Nutzung von EPDM-Stülpmanschetten.

Warum fachgerechte Dachdurchführungen unverzichtbar sind

Eine fachgerecht ausgeführte Flachdachabdichtung schützt ein Gebäude dauerhaft vor Wind und Wetter. Um eine ausreichende Funktionalität des Gebäudes zu sichern, muss der Aufbau allerdings an verschiedenen Stellen durch Bauteile wie Gullys, Lüftungsschächte, Entwässerungselemente oder Dunstrohre durchdrungen werden. 

Für eine sichere Ausbildung der entsprechenden Dachbereiche kommen spezielle Dachdurchführungen zum Einsatz. Die Elemente gewährleisten eine dauerhaft wasserdichte Abdichtung rund um ein durchgehendes Element und schützen den Dachaufbau damit langfristig gegen Feuchtigkeit.

Was ist eine Dachdurchführung?

Eine Dachdurchführung ist ein speziell entwickeltes Bauteil oder eine Vorrichtung, die dazu dient, Elemente wie Rohre, Kabel, Lüftungsschächte oder Antennen sicher und wasserdicht durch die Dachfläche zu führen. Nur so ist es möglich, die Funktionalität des Gebäudes zu gewährleisten, ohne die Integrität der Dachabdichtung zu beeinträchtigen.

Hauptmerkmal einer Dachdurchführung ist zunächst eine dauerhafte Wasserdichtigkeit der Konstruktion. Ein entscheidender Faktor dazu ist die Kompatibilität der verwendeten Materialien. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, werden deshalb bei Flachdächern mit EPDM-Bahnen häufig auch Dachdurchführungen aus EPDM verwendet. Ebenso sollten Sie darauf achten, dass die Dachdurchführung flexibel und anpassungsfähig und außerdem möglichst einfach zu installieren ist.

Anwendungsbereiche und Beispiele für Dachdurchführungen sind Lüftungsschächte, Dunstrohre, Gullys, Kabeldurchführungen, kleine Ösen, Antennen oder Solarleitungen.

Was ist eine EPDM-Dachdurchführung?

EPDM ist ein zuverlässiges Material für langlebige und sichere Dachabdichtungen. Der synthetische Kautschuk bietet Elastizität, Flexibilität und herausragende Witterungs- und Alterungsbeständigkeit. Unsere RESITRIX® EPDM-Bahnen und HERTALAN® EPDM-Planen haben sich besonders bewährt.

Bei Flachdächern, die mit EPDM abgedichtet sind, sollte die Abdichtung von Durchdringungen ebenfalls aus EPDM bestehen. Dies gewährleistet eine einheitliche und dauerhaft sichere Abdichtung, da die Dachdurchführung die gleichen Eigenschaften wie die EPDM-Dachfolie aufweist.

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Dachdurchführungen mit EPDM-Stülpmanschetten abdichten

Für eine zuverlässige Abdichtung von unterschiedlichen Dachdurchführungen haben wir unsere RESITRIX® EPDM-Stülpmanschetten entwickelt. Die vorgeformten, aufschweißbaren Manschetten ermöglichen eine einfache und sichere Installation um Rohre und Durchführungen mit Durchmessern von 5 bis 100 mm.

Anwendung von RESITRIX® Stülpmanschetten

Dunstrohreinfassung mit RESITRIX® Stülpmanschette

In diesem Video erfahren Sie, wie Sie ein Dunstrohr mit der RESITRIX® Stülpmanschette eindichten.

  • RESITRIX® Stülpmanschetten sind vorgefertigte, aufschweißbare EPDM-Manschetten.

  • Sie eignen sich für Dachdurchführungen mit Durchmessern von 5-100 mm.

  • Der Anschlusskragen besteht aus einem kreisförmigen Zuschnitt aus RESITRIX® SK W Full Bond.

  • Sie bieten eine zuverlässige Abdichtung für runde, überstülpbare Durchführungen.

Arbeitsschritte zur Dunstrohreinfassung mit RESITRIX® Stülpmanschetten

Um ein Dunstrohr mit RESITRIX® Stülpmanschetten einzufassen, beachten Sie die folgenden Arbeitsschritte:

1. Markieren Sie die Höhe des Dunstrohres an der Manschette und schneiden Sie überstehendes Material ab. Wichtig dabei: Planen Sie zusätzliche 2 cm Höhe ein, um beim Überstülpen einen höheren Anpressdruck zu erzielen!

2. Ziehen Sie die Stülpmanschette über das Rohr.

3. Nutzen Sie den Heißluftföhn mit einer Schweißtemperatur von bis zu 650 °C. Nach Erreichen der Temperatur föhnen Sie den Flansch der Manschette zunächst flächig auf die Abdichtungsbahn.

4. Im Anschluss föhnen Sie den Rand der Manschette wie beim Nahtverschweißen. Bei korrekter Ausführung tritt eine gut sichtbare Bitumenraupe aus.

5. Stülpen Sie den Schrumpfschlauch über das Dunstrohr und erwärmen Sie ihn abschließend mit dem Heißluftföhn.

Wie kann ich die Position der Dachdurchführung am besten bestimmen?

In vielen Fällen sind verschiedene Dachdurchführungen auf engem Raum erforderlich. Dabei muss beachtet werden, dass der Abstand zwischen den Mittelpunkten von zwei Durchführungen mindestens 50 cm betragen sollte. Der Mindestabstand zwischen den Außenkanten der Flansche zweier benachbarter Durchführungen sollte 30 cm betragen. 

Durch die Einhaltung der genannten Abstände verhindern Sie eine Schwächung der Dachfläche durch zu dicht beieinander liegende Durchführungen und erhalten so die strukturelle Integrität des Dachaufbaus. Ebenso stellen Sie sicher, dass genügend Raum für eine ordnungsgemäße Abdichtung um jede Durchführung herum vorhanden ist.

Um die Position der Dachdurchführung optimal zu bestimmen, beachten Sie folgende Schritte:

1. Bedarfsanalyse: Bestimmen Sie, welche Elemente durch das Dach geführt werden müssen (z.B. Lüftungsschächte, Rohre, Kabel). Berücksichtigen Sie dabei auch die Notwendigkeit und Funktion der betreffenden Elemente im Gebäude.

2. Abstandsvorgaben einhalten: Halten Sie den empfohlenen Abstand zwischen den Durchführungen ein (z.B. 50 cm zwischen den Mittelpunkten und 30 cm zwischen den Flanschaußenkanten). Nur so ist eine ordnungsgemäße Abdichtung und strukturelle Integrität des Dachaufbaus gewährleistet!

3. Vermeidung von Schwachstellen: Um die Gefahr von Undichtigkeiten zu minimieren, platzieren Sie die Durchführungen möglichst nicht in der Nähe von Schwachstellen wie Dachrändern, Fugen oder Ecken. Ebenso sollten Sie keine Stellen wählen, die stark beansprucht werden oder schwer zugänglich sind.

4. Berücksichtigung von Gefälle und Entwässerung: Stellen Sie sicher, dass die Position der Durchführungen den Wasserabfluss nicht beeinträchtigt. Vermeiden Sie es deshalb, Durchführungen in Bereichen mit starkem Wasserabfluss zu platzieren.

5. Koordination mit anderen Gewerken: Vermeiden Sie Konflikte mit anderen installierten oder geplanten Systemen. Arbeiten Sie dazu eng mit anderen Gewerken (z.B. Installateuren, Elektrikern) zusammen, um sicherzustellen, dass die Position der Durchführungen deren Anforderungen entspricht.

6. Berücksichtigung von Wartungszugang: Platzieren Sie Durchführungen in gut zugänglichen Bereichen, um so einen einfachen Zugang für Wartung und Inspektion zu ermöglichen.

Erhalten Sie weitere Praxistipps zur fachgerechten Abdichtung von Flachdächern und zur  Detailausbildung mit EPDM-Bahnen.

Dachdurchführung vs. Dachdurchdringung: Was ist der Unterschied?

Eine Dachdurchführung ist ein spezielles Bauteil, das die Abdichtung rund um ein durchgehendes Element gewährleistet. Eine Dachdurchdringung ist demgegenüber der allgemeine Begriff für jede Art von Durchbruch oder Öffnung im Dach, durch die ein Element geführt wird. 

Zur Verdeutlichung: Ein Lüftungsrohr, das durch das Dach führt, stellt eine Dachdurchdringung dar. Um sicherzustellen, dass diese Durchdringung wasserdicht ist, wird eine EPDM-Dachdurchführung installiert, die das Rohr abdichtet und verhindert, dass Wasser in die Konstruktion eindringen kann.

Abdichtungen aus EPDM-Material: Besondere Lösungen von CARLISLE® CM Europe

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RESITRIX®: EPDM-Bahnen fürs Flachdach und erdberührte Bauteile

RESITRIX® Abdichtungsbahnen sind zusätzlich unterseitig mit Polymerbitumen beschichtet und ermöglichen die Nahtverschweißung mittels Heißluft. Sie werden vorrangig für die Abdichtung von genutzten und nicht genutzten Dächern und für andere Bauteilabichtungen in verschiedenen Verlegevarianten eingesetzt. 

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RESISTIT® ESK: EPDM-Bahnen für die Fassadenabdichtung

Das selbstklebende System RESISTIT® ESK besitzt im Vergleich zu RESITRIX® eine geringere Gesamtdicke und erfüllt höchste Ansprüche im Fassadenbau und lässt sich dank verschiedener Bahnenbreiten für Fenstern, Türen und Fassaden einsetzen.

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HERTALAN® EASY COVER: Planensystem

Mit der Dachabdichtungsplane HERTALAN® EASY COVER steht eine Bahn zur Auswahl, die per Induktionsverschweißung auf dem Flachdach bzw. der PVC-Altabdichtung befestigt wird und die sich später mittels umgekehrter Induktion ohne Beschädigung wieder von den Haltetellern lösen und bedenkenlos wiederverwenden. lässt Und am Ende seines Lebenszyklus', bei einer Dachaufstockung oder bei einem Rückbau des Gebäudes kann das homogene Material sortenrein recycelt werden, indem das EPDM devulkanisiert und dem Produktionskreislauf wieder zugeführt wird.