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© Andrea Briscoli

Alessandro Tonnarelli

ARCHITEKTENGESPRÄCH

> Alessandro Tonnarelli, strohtektur

// Wer das Ferienhaus NOW Lindow in der brandenburgischen Kleinstadt Lindow (Mark) betritt, erlebt zunächst eine kleine Überraschung. Eingebettet in einen rund 1.200 m² großen Permakulturgarten bietet das Gebäude auf 90 m² Wohnfläche eine ebenso ungewöhnliche wie durchdachte Raumaufteilung. Schlafzimmer und Bad befinden sich im Erdgeschoss, während Küche, Essbereich und Wohnzimmer eine Etage höher angeordnet sind. Was auf den ersten Blick überraschend erscheint, folgt einer einfachen Logik: Wärme steigt nach oben. Statt gegen diesen natürlichen Prozess zu planen, macht sich das Gebäude ihn konsequent zunutze.

NOW Lindow – Einblicke in den Bauprozess und das fertiggestellte Gebäude - © Andrea Briscoli

© Andrea Briscoli
© Andrea Briscoli
© Andrea Briscoli

Klare Linien statt Öko-Klischee: NOW Lindow verbindet natürliche Materialien mit zeitgemäßer Architektur.

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Holz, Stroh, Lehm und Kalk prägen die Konstruktion von NOW Lindow. Die strohgedämmten Außenwände verbinden nachwachsende Rohstoffe mit diffusionsoffener Bauweise.

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Die Idee war, zu beweisen, dass gesundes, kreislauforientiertes und ökologisches Bauen nicht nur eine Utopie ist, sondern real, bezahlbar und ästhetisch umgesetzt werden kann.

Alessandro Tonnarelli - Architekt und Permakultur-Designer

Aus dieser Denkweise entstand auch die Idee hinter NOW Lindow. Das Gebäude sollte zeigen, dass moderne Architektur, hochwertige Gestaltung und kreislauforientierte Bauweisen kein Widerspruch zur Ökologie sein müssen. Statt alte Vorstellungen vom sogenannten Öko-Bauen zu bedienen, setzt das Projekt auf klare Linien, hochwertige Materialien und zeitgemäße Architektur.

© Andrea Briscoli
© Andrea Briscoli
© Andrea Briscoli

Natürlich wohnen, modern gestalten: Sichtbares Holz und klare Linien prägen den offenen Wohnbereich von NOW Lindow.

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Wer das Haus zum ersten Mal betritt, spürt sofort eine Ruhe und die saubere Luft.

Alessandro Tonnarelli - Architekt und Permakultur-Designer

Alessandro Tonnarelli beschreibt das Haus deshalb als „atmend". Gemeint ist damit die Fähigkeit der Gebäudehülle, auf natürliche Weise zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit beizutragen. Wer das Haus erstmals betritt, spürt laut dem Architekten unmittelbar die ruhige Atmosphäre und die angenehme Raumluft.

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© strohtektur

Sonne, Vegetation und natürliche Belüftung: Die Ausrichtung des Gebäudes unterstützt ein angenehmes Raumklima.

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Den passenden Systemaufbau finden?

Unser System Guide führt Sie strukturiert zum passenden Systemaufbau für Ihre Flachdach- und Bauwerksabdichtung.

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Da das Gebäude auf Metall-Schraubfundamenten errichtet wurde, konnte auf den Einsatz einer Bodenplatte aus Beton vollständig verzichtet werden. Sollte das Haus einmal rückgebaut werden, lassen die Schraubfundamente sich rückstandslos wieder aus dem Boden entfernen.

Die Bodenplatte, die Wände und das Dach von NOW Lindow wurden im Werk vorgefertigt und konnten vor Ort in nur 3 Tagen zusammengeschraubt werden.

Die kurze Errichtungszeit des Gebäudes verdeutlicht die Vorteile einer hohen Vorfertigung. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass sich handwerkliche Qualität und effiziente Bauprozesse nicht ausschließen müssen.

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Unter dem Gründach schützt die Cradle-to-Cradle-zertifizierte EPDM-Plane HERTALAN® EASY COVER dauerhaft die Dachfläche. Die Begrünung unterstützt zudem das Raumklima in den Sommermonaten.

Architektur für die Zukunft

NOW Lindow zeigt, dass viele der Themen, die heute unter Begriffen wie Kreislaufwirtschaft, Low-Tech oder Wohngesundheit diskutiert werden, bereits seit Jahrzehnten zu den Grundprinzipien der Permakultur gehören.

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Das Haus kann am Ende seines Lebenszyklus fast vollständig kompostiert werden, ohne Altlasten zu hinterlassen. Zu sehen, dass diese absolute Müllvermeidung ohne gestalterische Kompromisse im realen Baualltag funktioniert, hat meine Arbeit tief geprägt

Alessandro Tonnarelli - Architekt und Permakultur-Designer

Das Gebäude ist daher mehr als ein experimentelles Wohnhaus. Es ist ein Beispiel dafür, wie Ideen, die ihren Ursprung in natürlichen Kreisläufen haben, in zeitgemäßer Architektur sichtbar werden können. Das Projekt beweist, dass diese Art des Bauens keine Utopie bleiben muss, sondern schon heute realisierbar ist.

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// Für ASUNA ist Architektur ein Mittel, um urbane Räume lebendig zu gestalten und nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern. Ziel ist es, Gebäude und urbane Räume zu planen, die die Wechselwirkungen von Ökologie und Bautechnik konsequent berücksichtigen und daraus eine zeitgemäße Architektur entwickeln. Die beteiligten Bauherrengruppen sind dabei mehr als nur Nutzer: Sie gestalten aktiv mit, diskutieren Materialwahl, Grundrisse und Bauprozesse und machen jedes Gebäude zu einem lebendigen Gemeinschaftsprojekt.

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// Ein zentraler Blickfang vor Ort ist das nach Plänen von EVA architecten komplett zirkulär geplante Bürogebäude „Omega“ mit seiner elegant geschwungenen Glasfassade. Zur Abdichtung der Dachflächen kamen SURE-WELD® TPO/FPO-Bahnen sowie HERTALAN® EPDM-Planen von CARLISLE® zum Einsatz, die sich ebenso wie sämtliche anderen eingesetzten Materialien bei Bedarf komplett demontieren lassen.


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The Future is NOW
Nachhaltig. Ökologisch. Wiederverwendbar. Vor allem aber: erstaunlich wohnlich.

Doch NOW Lindow ist weit mehr als ein Haus mit unkonventioneller Raumaufteilung. Das Projekt versteht sich als praktischer Beweis dafür, dass kreislauforientiertes Bauen nicht nur eine theoretische Vision bleiben muss. Hinter dem Namen NOW steht ein klares Konzept: Nachhaltig, Ökologisch und Wiederverwendbar. Ziel war es, ein Gebäude zu schaffen, das natürliche Ressourcen bewusst einsetzt, Materialien im biologischen und technischen Kreislauf nutzt und sich gleichzeitig harmonisch in seine Umgebung einfügt. Mit diesem Projekt sollte gezeigt werden, dass zukunftsorientiertes Bauen keineswegs Verzicht bedeuten muss, sondern hohen Wohnkomfort mit moderner Architektur verbinden kann.

Mehr als ein Strohhaus

Das Wohnhaus NOW Lindow ist ein Strohhaus, aber das beschreibt das Projekt nicht hinreichend. Denn hier geht es nicht primär um Stroh, nicht um einzelne Materialien. Es geht um eine andere Art zu bauen. Eine Art zu bauen, die natürliche Kreisläufe als Inspiration begreift, Ressourcen bewusst einsetzt und das Wohlbefinden der Menschen ebenso wichtig nimmt wie die Anforderungen an das Gebäude selbst. Wohnkomfort entsteht dabei weder allein durch die verwendeten Materialien noch durch aufwendige Gebäudetechnik, sondern durch ein intelligentes Zusammenspiel von Architektur, Konstruktion und natürlichen Prozessen.

Ein kleines Fenster in der Außenwand macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt: die Strohdämmung.

Hinter diesem Ansatz steht Alessandro Tonnarelli, Architekt und Permakultur-Designer. Für ihn war die Beschäftigung mit Permakultur eine konsequente Weiterentwicklung seiner architektonischen Arbeit. Sein Ziel besteht darin, Kreisläufe zwischen Natur und Architektur zu schließen und Gebäude als Teil eines größeren Gesamtsystems zu betrachten.

Was ist Permakultur?

Der Begriff Permakultur wurde 1978 von den australischen Ökologen Bill Mollison und David Holmgren geprägt. Ursprünglich entwickelte sich das Konzept aus der Frage, wie Landwirtschaft langfristig im Einklang mit natürlichen Kreisläufen funktionieren kann. Heute werden die Prinzipien der Permakultur auch auf Architektur, Stadtplanung und andere Bereiche übertragen.

Im Mittelpunkt stehen drei ethische Grundsätze:

  • Earth Care (Sorge für die Erde)

  • People Care (Sorge für die Menschen)

  • Fair Share (Faires Teilen von Ressourcen)

Auf dieser Grundlage entstehen Gestaltungskonzepte, die natürliche Kreisläufe nutzen, Ressourcen schonen und zugleich das Wohlbefinden der Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Besucherinnen und Besucher reagieren oft überrascht darauf, wie modern und selbstverständlich ein Gebäude wirken kann, das konsequent auf natürliche Materialien und Wiederverwendbarkeit setzt.

Ein Haus, das atmet
Die Prinzipien der Permakultur bleiben bei NOW Lindow nicht abstrakt. Sie zeigen sich in nahezu jeder planerischen Entscheidung, von der Wahl der Baustoffe bis zur Gestaltung des Raumklimas.

Lehm, Kalk, Holz und Stroh wurden nicht allein wegen ihrer konstruktiven Eigenschaften ausgewählt. Gemeinsam bilden sie eine diffusionsoffene Gebäudehülle, die Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und zeitversetzt wieder abgeben kann. Auf diese Weise entsteht ein ausgeglichenes Raumklima, das weitgehend ohne komplexe technische Systeme auskommt.

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Zum Rohbau in nur drei Tagen

Ebenso bemerkenswert wie das Nutzungskonzept ist der Bauprozess. Nachdem die vorbereitenden Arbeiten, Vermessungen und Erdarbeiten begonnen hatten, wurden Anfang Juni die Schraubfundamente an einem Tag gesetzt. Die anschließende Montage der vorgefertigten Gebäudeelemente dauerte lediglich drei Tage, so dass bereits am 12. Juni Richtfest gefeiert werden konnte. Bis zur vollständigen Bezugsfertigkeit vergingen anschließend noch einige Monate – dann konnten die Bewohner des Hauses im Dezember desselben Jahres ihr erstes Weihnachtsfest dort genießen.

Ein halbes Jahr nach Baubeginn konnten die Hausbewohner ihr erstes Weihnachtsfest in NOW Lindow feiern.

Materialien mit Zukunft

Kreislauforientierung spielte bei nahezu allen Entscheidungen eine zentrale Rolle. So wurde bewusst auf Betonfundamente verzichtet. Stattdessen kam ein System aus Schraubfundamenten zum Einsatz, das zurückgebaut werden kann und den Eingriff in den Boden minimiert.

Auch die verwendeten Materialien folgen diesem Gedanken. Holz, Lehm und Stroh stammen aus nachwachsenden Rohstoffen und wurden so eingesetzt, dass sie möglichst lange genutzt und später wieder in Materialkreisläufe zurückgeführt werden können.

Für Alessandro Tonnarelli war entscheidend, ein Gebäude zu schaffen, das nicht als zukünftiger Abfall betrachtet werden muss, sondern als Materialbank für kommende Generationen.

Sein Ansatz endet daher nicht an den Außenwänden. Auch bei technischen Bauteilen suchte das Planungsteam nach Lösungen, die möglichst lange genutzt werden können und sich in das Gesamtkonzept einfügen.

Das Dach als Teil des Gesamtkonzepts

Dieses Denken setzt sich auch auf dem Dach fort. Zum Einsatz kam eine HERTALAN® EASY COVER EPDM-Abdichtungsplane mit einem Gründachaufbau sowie einer Photovoltaikanlage.

Für die Produktauswahl spielten insbesondere die lange Nutzungsdauer des Abdichtungsmaterials sowie die Möglichkeit der Einbindung in kreislauforientierte Gebäudekonzepte eine wichtige Rolle. Auf Basis einer Langzeituntersuchung bescheinigt das Prüfinstitut SKZ dem Werkstoff EPDM eine Nutzungsdauer von mehr als 70 Jahren. Die HERTALAN® EPDM-Plane verfügt zudem über eine Cradle-to-Cradle Bronze-Zertifizierung.

Damit fügt sich die Dachabdichtung konsequent in ein Gebäude ein, das von Anfang an darauf ausgelegt wurde, Ressourcen möglichst effizient einzusetzen und Materialien langfristig zu erhalten.

NOW Lindow erzeugt weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit; das zeigt auch die Resonanz in der Fachwelt. Dieses Projekt wurde unter anderem für die Kategorie „Sustainable Buildings“ der Dezeen Awards 2025 gelistet und gehörte beim Heinze ArchitekturAWARD 2025 zu den zehn Projekten des Publikumspreises.

PROJEKTDATEN

Projekt: NOW Lindow
Bauherr: Privat
Standort: Lindow (Mark), Brandenburg
Bauzeit: Mai bis Dezember 2024
Wohnfläche: 90 m²
BGF: 120 m²
Baukosten: 300.000 € (2.500 €/m² BGF)

Konstruktion: Strohgedämmtes Holzständerwerk, Vorfertigung, Lehm- und Kalkputz, Gründach mit EPDM-Abdichtung, Schraubfundamente, Photovoltaik mit Speicher, Infrarotheizung.

 

PROJEKTBETEILIGTE

  • Architektur und Projektsteuerung: strohtektur | Alessandro Tonnarelli, Berlin

  • Tragwerksplanung: Frank Haase, Leverkusen

  • Strohbau: Halm GmbH, Hohenmocker

  • Lehm- und Kalkputze: Jason Adkins, Berlin

  • Schraubfundamente: Winkelmann Foundations Screw

  • Dachabdichtung: CARLISLE® Construction Materials Europe | HERTALAN® EASY COVER EPDM-Dachabdichtung

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