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1.300 m² Holz-Walmdach mit Schneelast: Flammenlose Sanierung mit EPDM-Planen

Verarbeiter, die EPDM auf Bitumen kleben

Zusammenfassung

  • Herausforderung: Komplett-Rückbau eines maroden Flachdaches an der Königsegg-Grundschule (Allgäu). Neubau als asymmetrisches Holz-Walmdach um einen Lichthof herum, ausgelegt auf extreme alpine Schneelasten von 330 kg/m².

  • Lösung: Flammenlose Abdichtung der Holz-Unterkonstruktion mit maßgeschneiderten EPDM-Großplanen (HERTALAN® EASY COVER FR). Die Fixierung erfolgte komplett durchdringungsfrei über das CARLISLE® Induktionsschweißverfahren.

  • Ergebnis: Zertifizierter Brandschutz (Harte Bedachung) ohne Brandrisiko auf der Baustelle. Durch die Großplanen wurde das Naht- und Leckagerisiko um über 90 % minimiert und die 1.300 m² große Fläche in einer Rekordzeit von nur 12 Arbeitstagen regendicht geschlossen.

Projektdaten

ProjektSanierung der Königsegg-Grundschule Immenstadt
BauherrStadt Immenstadt (Öffentlicher Raum)
Objekttyp / NutzungSchulgebäude
Dachfläche1.300 m²
DachtypFlach geneigtes Dach (11°)
Dachkonstruktion (Neu)Marodes Flachdach (Stahlbetondecke mit Bitumen und Foamglas
Geometrische Besonderheit Quadratischer, asymmetrischer Lichthof über der Erdgeschoss-Aula
Abdichtungsmaterial HERTALAN® EASY COVER FR EPDM-Planen
Verlegung Durchdringungsfreie mechanische Befestigung im Induktionsschweißverfahren
Bauzeit (Dachabdichtung)Gesamtprojekt: 4 Monate (August bis November 2020)| Reine EPDM-Abdichtung: 12 Arbeitstage
Planung die Kneißl GmbH, Andrea Kneißl
Ausführung Lankes GmbH Dachdeckerei

Eingesetzte CARLISLE® Systemkomponenten

Image

HERTALAN® EASY COVER EPDM-Planensystem

HERTALAN® EPDM-Planensysteme sind vorkonfektioniert, schnell verlegt und sofort dicht.

Image

CARLISLE® Induktionssystem

Erleben Sie mechanische Befestigung ohne Dachdurchdringungen.

Ergänzende technische FAQ

1

Welche Abdichtung eignet sich für Flachdächer mit hoher Schneelast und warum?
Bei extremen Schneelasten (wie den 330 kg/m² im Allgäu) kommt es durch das immense Gewicht und die Schneeschmelze zu massiven mechanischen und hygrothermischen Belastungen des Materials.
Hier eignen sich elastomere Werkstoffe wie EPDM-Abdichtungsbahnen bzw. -planen ideal. Im Gegensatz zu anderen Materialien besitzen sie eine dauerhafte Dehnfähigkeit von bis zu 600 % und behalten ihre Kälteflexibilität selbst bei arktischen Temperaturen von bis zu –45 ° C.
Ein weiterer kritischer Faktor bei Schneelast ist das stehende Schmelzwasser: Durch den Einsatz werkseitig vorkonfektionierter EPDM-Großplanen wird die Anzahl der Nahtstellen auf dem Dach um über 90 % reduziert, was das statistische Leckagerisiko bei langanhaltender Feuchtigkeitsbelastung auf ein Minimum senkt.

2

Was ist bei der Flachdachabdichtung auf einer Holzunterkonstruktion hinsichtlich des Brandschutzes zu beachten?
Die Planung einer Abdichtung auf hölzernen Unterkonstruktionen erfordert eine strikte Trennung von Brandrisiken in zwei Phasen:
1.Während der Bauphase (Verlegeverfahren): Um das akute Risiko eines Baustellenbrandes auf Holztragwerken auszuschließen, ist ein flammenloses Verlegeverfahren zwingend erforderlich.
Die Kombination aus EPDM-Planen, einer Heißluftverschweißung der Randbereiche und einer berührungslosen Induktionsbefestigung ermöglicht eine vollkommen flammenlose Montage ohne den Einsatz von Gasbrennern.

2.Während der Nutzungsphase (Objektschutz): Das fertige Dachsystem muss als „harte Bedachung“ zertifiziert sein und den Widerstand gegen Flugfeuer und strahlende Wärme nach DIN CEN/TS 1187 erfüllen.
Durch den Einsatz brandlastreduzierter Planen (HERTALAN® EASY COVER FR) in Verbindung mit einer Glasvlies -Trennlage werden sämtliche bauaufsichtlichen Brandschutzauflagen für sensible, öffentliche Gebäude wie Schulen lückenlos erfüllt.

3

Wie wird ein Flachdach auf Holzunterkonstruktion ohne Durchdringung der Abdichtung gegen Windsog gesichert?
Die planerische Herausforderung: Bei leichten Dachaufbauten (wie Holz- oder Trapezblechkonstruktionen) ist eine vollflächige Verklebung oft unwirtschaftlich oder aufgrund der Tragschichten nicht realisierbar. Eine klassische mechanische Befestigung wiederum durchdringt die Abdichtungsebene mit, was das Risiko von Mikro-Leckagen erhöht.
Die Lösung: Die Lösung liegt in einer durchdringungsfreien Befestigung per Induktionssystem. Vor dem Auslegen der EPDM-Großplanen wird die exakte Anzahl und Position der benötigten Halteteller auf Basis einer Windsogberechnung nach DIN EN 1991-1-4 mathematisch ermittelt und mit dem Untergrund verschraubt.

Nach dem Auslegen der EPDM-Plane werden die verschraubten Teller berührungslos durch die Dachhaut hindurch mittels Induktion magnetisch erhitzt. Die Spezialbeschichtung des Tellers verflüssigt sich und verbindet sich durch anschließenden Druck und Kühlung materialschlüssig mit der Unterseite der EPDM-Plane.
Das Ergebnis ist eine extrem hohe Lastverteilung und windsogsichere Fixierung, ohne dass die wasserführende Abdichtungsschicht an einer einzigen Stelle durchstoßen werden muss.
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Schellerdamm 16
21079 Hamburg
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T +49 40-788 933 0

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Nach 45 Jahren Nutzung war die Königsegg-Grundschule in Immenstadt reif für eine Generalsanierung. Die Schneelast im südlichen Oberallgäu machte den Wechsel vom Flach- zum Walmdach notwendig und Brandschutzauflagen erlaubten keine offene Flamme auf der Unterkonstruktion.

Beratung anfordern

Den ausführlichen Objektbericht lesen Sie in der Referenz: Dachsanierung der Königsegg-Grundschule in Immenstadt im Allgäu

Zum Projekt

Flachdachsanierung eines Schuldachs bei hohen Schneelasten und komplexer Dachgeometrie

Extreme Schneelastzone: Aufgrund der geografischen Lage im südlichen Oberallgäu musste das Tragwerk für eine Schneelast von 330 kg/m² bemessen werden. Dies bedingte den Rückbau des alten Flachdachaufbaus bis zur nackten Stahlbetondecke und den Neuaufbau als Holz-Walmdach.

 

Asymmetrische Geometrie: Der zentrale Lichthof liegt nicht exakt mittig. Daraus resultierten unterschiedliche Höhen der Firstpfetten und variierende Dachabschlüsse. Die Abdichtung musste fehlerfrei um die Ecken des Innenhofs geführt werden.

 

Bauzeit- und Witterungsrisiko: Um Wasserschäden im freigelegten Gebäude zu verhindern, musste die Holz-Unterkonstruktion extrem schnell regendicht verschlossen werden. Zudem durfte der laufende Schulbetrieb nicht durch langwierige Baumaßnahmen beeinträchtigt werden.

Warum entschied man sich für großformatige EPDM-Planen?

Reduzierung des Leckagerisikos: Durch werkseitig vorkanfektionierte Großplanen (Dreieckschnitte von je ca. 380 bis 400 m²) wurde die Fläche in nur vier großen Stücken verlegt. Es mussten lediglich vier Nähte an den Graten manuell gefügt werden.

Brandschutz (Flammenlose Verlegung): Bei einer Unterkonstruktion aus Holz verbietet sich der Einsatz einer offenen Gasflamme (Brandgefahr). Die EPDM-Planen wurden thermisch absolut sicher mittels Heißluft verschweißt.

Wirtschaftlichkeit: In der Gesamtausschreibung bot das System das beste Verhältnis aus schneller Bauzeit, Material-Langlebigkeit und Gesamtkosten.

Welche Vorteile bietet das CARLISLE® Induktionssystem bei der Befestigung?

Das mechanische Befestigungssystem mit Induktionsschweißverfahren löst den klassischen Konflikt zwischen Windlastsicherung und Dichtigkeit:

Mechanische Befestigung ohne Durchdringung: Die Dachhaut (EPDM-Plane) wird an keiner Stelle durchdrungen.

Funktionsweise: Vorab werden  induktionsfähige Halteteller nach vorheriger Windsogberechnung auf dem Untergrund platziert und mit diesem verschraubt. Nach dem Auslegen der EPDM-Bahn erhitzt ein Induktionsgerät die Teller berührungslos durch die Plane hindurch auf 240 °C bis 280 °C. Nach wenigen Sekunden wird anschließend eine magnetische Kühlstange auf den Halteteller gepresst. Dadurch verschmilzt die Spezialbeschichtung des Tellers materialschlüssig und dauerhaft mit der Unterseite der EPDM-Bahn.

Wie wurde die Windsogsicherung berechnet?

Die Anzahl und exakte Platzierung der 5.000 Halteteller basierte auf einer objektspezifischen Windsogberechnung nach DIN EN 1991-1-4. Die genauen Lastberechnungen und Positionierungen in den Rand-, Eck- und Feldbereichen des Daches wurden vorab über die Kalkulationssoftware MF Dach ermittelt.

Detaillierter Schichtenfolge-Aufbau (Von innen nach außen)

  1. Tragkonstruktion (Bestand): Freigelegte Stahlbetondecke des ursprünglichen Flachdachs.

  2. Dampfsperrebene: Direkt auf der Betonkonstruktion aufgebracht.

  3. Tragwerk (Neu): Walmdachstuhl in konventioneller Holzbauweise (11° Neigung).

  4. Behelfsabdichtung: Bitumenbahn G 200 DD zum sofortigen Wetterschutz der Holzkonstruktion.

  5. Trennlage: 120 Gramm starkes Glasvlies.

  6. Befestigungsebene: 5.000 induktionsfähige Halteteller.

  7. Abdichtungsebene (Außen): Vorkonfektionierte HERTALAN® EASY COVER FR EPDM-Großplanen .

  8. Zusatzkomponenten: Integration einer 200 Meter langen Edelstahl-Schneefanganlage, fixiert auf 212 Stützen, die jeweils einzeln mit passgenauen EPDM-Manschetten homogen abgedichtet wurden.

Rückbau und Kreislaufwirtschaft (Life-Cycle-Assessment)

Zerstörungsfreie Demontage: Ein Kernvorteil des CARLISLE® Induktionssystems aus Sicht der Kreislaufwirtschaft ist die Möglichkeit des vollständigen beschädigungsfreien Rückbaus mithilfe von Induktion. Durch punktuelle Erwärmung lässt sich die stoffschlüssige Verbindung zwischen Halteteller und EPDM-Bahn im Falle eines späteren Rückbaus wieder lösen.

Sortenreines Recycling: Da die EPDM-Planen weder vollflächig mit Bitumen verklebt noch durch chemische Klebstoffe verunreinigt sind, können sie nach dem Lösen nahezu sortenrein zurückgebaut und zu 100 % recycelt oder ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden.

Nutzungsdauer: Aufgrund der extremen UV-, Ozon- und Alterungsbeständigkeit von EPDM ist das Dach nachweislich für mehrere Jahrzehnte ohne Substanzverlust geschützt, was die Lebenszykluskosten (LCC) drastisch senkt.

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