Logo
© Cradle to Cradle NGO

Gemeinsam Umdenken, Umgestalten, Umlenken

// Seit Juli 2024 ist CARLISLE® CM Europe Mitglied bei C2C NGO. Die Organisation ist Multiplikator und zugleich Beschleuniger für das Thema Cradle-to-Cradle. Sie bringt Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft zusammen.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

6 Fragen an Tim Janßen, Geschäftsführender Vorstand C2C NGO

Als Hersteller dauerhaft sicherer Abdichtungslösungen rund um die Gebäudehülle ist sich CARLISLE® CM Europe seiner unternehmerischen Verantwortung im Bereich Nachhaltiges Bauen bewusst und engagiert sich daher u.a. auch seit Juli 2024 als Impact Partner bei C2C NGO, um aktiv zu einer klimapositiven C2C-Wirtschaft beizutragen. Wir sprachen mit Tim Janßen, Mitgründer und Geschäftsführender Vorstand von C2C NGO über Hintergrund und Bedeutung dieser Organisation.

BLACKPRINT: Herr Janßen, was hat Sie zur Gründung von C2C NGO inspiriert?

Tim Janßen: Wir wollten ein Umdenken in der Gesellschaft anregen. Schon an der Uni haben meine Co-Gründerin Nora Sophie Griefahn und ich die Idee von Cradle to Cradle verinnerlicht. C2C zeigt, dass wir als Gesellschaft nicht darauf beschränkt sind, den von uns angerichteten Schaden möglichst klein zu halten. Wir können mehr. Wir können durch unsere Art zu leben und zu wirtschaften positive ökonomische, ökologische und soziale Wirkung erzeugen - für unser Zusammenleben, für unsere soziale Sicherheit, für eine richtig gute Zukunft für uns alle.

BLACKPRINT: Was treibt Sie an und was möchten Sie erreichen?

Tim Janßen: Ein wesentliches Element bei Cradle to Cradle ist, dass Transformation nicht nur im Kopf stattfindet, sondern bereits umgesetzt wird. Wir wollen als NGO sichtbar machen, dass es schon jetzt zahlreiche Menschen und Unternehmen gibt, die beeindruckende Lösungen erarbeiten oder erarbeitet haben. Lösungen, die oft bereits skalierbar sind oder kurz davorstehen, durch Skalierung eine noch breitere Wirkung zu entfalten. Mit unserer Arbeit als NGO zeigen wir auf, was bereits möglich ist. Wir machen deutlich, dass Cradle to Cradle (C2C) an vielen Stellen erfolgreich von verschiedensten Akteur*innen in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung vorangetrieben wird. Gleichzeitig weisen wir auf bestehende Hindernisse und Herausforderungen hin und zeigen, was verändert werden muss, damit diese Entwicklung weiter an Fahrt gewinnt. Als NGO setzen wir uns auch dafür ein, dass die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit zirkuläres Denken und Handeln zum Standard wird.

Image
©Cradle to Cradle NGO

BLACKPRINT: C2C NGO vernetzt Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Politik und Zivilgesellschaft. Welcher dieser Stakeholder ist im Bereich C2C aus Ihrer Sicht der größte Treiber und warum?

Tim Janßen: Wir merken, dass sich in allen diesen Teilbereichen etwas bewegt. Und das ist entscheidend. Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Politik, Verbände und Zivilgesellschaft: Sie alle sind Teil der Lösung, sie alle können mit ihren Hebeln wichtige Beiträge leisten. Die größten Hebel haben hierbei die Wirtschaft mit ihrer Innovationskraft und die Politik, indem sie zügig die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Die Wende hin zu einer besseren Zukunft gelingt, wenn all diese Stakeholder in ihrem Bereich umdenken und handeln. Als NGO demonstrieren wir das immer wieder mit unseren Projekten wie dem Labor Tempelhof. Damit das große Ganze vorankommt, müssen all diese Akteur*innen zudem zusammenarbeiten und Erkenntnisse, Ideen und Bedürfnisse austauschen. Deshalb legen wir als NGO so großen Wert auf gute Vernetzungsarbeit.

BLACKPRINT: Was bewegt sich aktuell im Bereich Nachhaltiges Bauen?

Tim Janßen: Der Aufbruch hat begonnen – jetzt gilt es, diesen zu beschleunigen und zu skalieren. Es ist entscheidend, Architekten, Projektentwickler, Finanzierer, Baumaterialhersteller und weitere Akteure in der Breite zu erreichen. Die Botschaft lautet: Zirkuläres Bauen ist nichts Neues mehr, sondern wird das neue Normal. Auch wenn wir noch nicht am Ziel sind, bin ich überzeugt, dass ein ‚Tipping Point‘ erreicht ist: Wir gehen über die Phase des Experimentierens hinaus. C2C ist zwar noch nicht der absolute Standard, aber es entwickelt sich zunehmend durch zahlreiche konkrete Projekte. Dabei entstehen Lerneffekte – sowohl in der Politik, bei der Regulierung als auch auf der Nachfrage- und Angebotsseite. Auch wir sind derzeit gemeinsam mit Partnern mit der Planung eines neuen, C2C-inspirierten Projekts beschäftigt, das einen Schwerpunkt im Bereich Bau hat, und freuen uns schon darauf, im Laufe des kommenden Jahres mehr dazu sagen zu können.

BLACKPRINT: Haben Sie auch Architekten und Planer in Ihrem Partner-Netzwerk und welchen Mehrwert bietet C2C NGO diesen?

Tim Janßen: Architekt*innen und Planer*innen spielen bei der praktischen Umsetzung von C2C-Lösungen im Baubereich eine wichtige Rolle und sind entsprechend ein wichtiger Teil unseres vielfältigen Netzwerks. Wir bieten unterschiedliche Bildungs- und Informationsformate sowie Veranstaltungen als Netzwerk- und Austauschplattformen, nicht nur innerhalb der Branche, sondern auch mit Akteur*innen in Politik, Kommunalverwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

BLACKPRINT: Welches ist die wichtigste Botschaft, die Sie Architekten und Planern im Bereich C2C mit auf den Weg geben möchten?

Tim Janßen:  Bei der Planung C2C-inspirierter Gebäude gibt es vielfältige Möglichkeiten der architektonischen Gestaltung, wodurch das Gebäude für seine Nutzer*innen, seine direkte Umgebung und auch für den privaten oder öffentlichen Bauherren oder Investor verschiedene Formen von ökologischem, wirtschaftlichem und sozialem Mehrwert erzeugen kann. Bereits zu Beginn des Projektes sollte daher gemeinsam mit allen relevanten Stakeholder*innen vor Ort eine Vision entwickelt und konkrete Ziele vereinbart werden, durch die die Vision messbar umgesetzt werden kann. C2C-inspiriertes Bauen bedeutet für Architektur- und Planungsbüros, Bauunternehmen und die Gewerke zum heutigen Stand in vielen Aspekten eine Abkehr vom herrschenden linearen Standard. Doch es lohnt sich, denn nicht nur gewinnen Architekt*innen und Planer*innen mit C2C-Erfahrung einen Wettbewerbsvorteil, der immer wichtiger werden wird.  C2C-inspirierte Bauprojekte eröffnen auch neue Perspektiven und Möglichkeiten der kommunalen Gestaltung. Mit C2C Gebäuden können Architekt*innen und Planer*innen dazu beitragen, dass sich die Lebensqualität in Städten und Gemeinden spürbar verbessert.

BLACKPRINT: Vielen Dank für das Gespräch!

Image

Über Cradle to Cradle NGO

Cradle to Cradle NGO ist die größte NGO in Deutschland, die sich seit mehr als zehn Jahren für eine echte Kreislaufwirtschaft nach Cradle to Cradle einsetzt. 2012 gegründet, ist unser Team inzwischen über 40 Personen stark.  C2C NGO stellt die Weichen für Veränderung nach Cradle to Cradle: Wir treiben Ideen voran und befähigen Organisationen und Personen zum Umdenken, Umgestalten und Umlenken: Durch Bildungsarbeit, Vernetzungsformate und indem wir wegweisende Transformationsprojekte wie die Plattenbausanierung unseres C2C LAB oder das Labor Tempelhof mit Open Air Großkonzerten der Bands Die Ärzte und Die Toten Hosen mit 60.000 Zuschauenden umsetzen. Für Politiker*innen und Unternehmen sind wir eine unabhängige und kompetente Anlaufstelle für Austausch und Kooperation für eine echte Kreislaufwirtschaft. Wir bringen C2C-Pioniere in unserem Netzwerk von C2C-Unternehmen, unserem kommunalen Netzwerk C2C Regionen oder in unserem Schulnetzwerk zusammen. Wir bieten ihnen und ihren Best Practices Plattformen zur Vernetzung und zum Ideenaustausch. So ermöglichen wir es, dass relevante Akteur*innen voneinander lernen und profitieren können. Unsere Botschaft tragen wir mit unserem Netzwerk aus rund 1.000 Ehrenamtlichen im deutschsprachigen Raum in alle Teile der Gesellschaft und mischen uns in öffentliche Debatten ein. Unser Cradle to Cradle Congress ist mit über 1000 Teilnehmenden die weltweit größte Plattform für C2C-Innovationen.

Sie wünschen eine fachliche Beratung?

Unser Team unterstützt Sie gerne und unverbindlich.

Weitere Artikel:

Newsletter

Registrieren Sie sich jetzt für unseren Newsletter, damit Sie die nächsten BLACKPRINT DIGITAL Ausgaben nicht verpassen und über weitere Neuheiten informiert bleiben.