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IM GESPRÄCH MIT
> Thomas Müller, Inhaber der Thomas Mueller Chartered Surveyor GmbH & Co. KG
// Bei der Planung des Darmstädter Wohnquartiers „Kastanienallee am Teich“ haben die Verantwortlichen konsequent ökologisch gedacht – von der Einbindung in den grünen Umraum über die Energieversorgung bis hin zum Regenwassermanagement. Im Gespräch mit Thomas Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Projektgesellschaft, erfahren wir, warum nachhaltiges Bauen aber nicht nur gute Ideen, sondern auch langen Atem braucht.
„Kastanienallee am Teich“ – Ein nachhaltiges Wohnquartier mit Zukunft
Interview mit Thomas Müller von der Thomas Mueller Chartered Surveyor GmbH & Co. KG
Mit der „Kastanienallee am Teich“ soll ein ökologisch ambitioniertes Wohnprojekt entstehen, das Naherholung, Nachbarschaft und Nachhaltigkeit miteinander verzahnt. Rund um einen See, der aus dem früheren Tonabbau einer ehemaligen Ziegelei entstanden ist, sollen 47 Einfamilienhäuser mit insgesamt 74 Wohneinheiten entstehen – klimafreundlich gebaut, in enger Abstimmung mit dem umgebenden Landschaftsraum und unter konsequenter Berücksichtigung der Ökobilanz. Im Interview berichtet Thomas Müller über eine ambitionierte Planung, die sich seit Jahren gegen politische Beharrungskräfte und rechtliche Hürden durchsetzen muss.
© Projekt Kastanienallee am Teich GmbH & Co. KG
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Durch die lockere Anordnung erhält der Großteil der insgesamt 47 Häuser einen direkten Blick aufs Wasser.
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Rundum nachhaltig: Die Dächer der Holzhybridbauten sind extensiv begrünt und mit PV-Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie versehen. Das Seewasser wird als Energiequelle miteinbezogen.
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Historische Luftbildaufnahme des Standortes. Bis in die 1960er-Jahre stand eine Ziegelei auf dem Gelände.
Der aktuelle Zustand der zu bebauenden Fläche lässt kaum erahnen, dass hier ein in jeder Hinsicht hochattraktives Wohnquartier entstehen soll.
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Der See wird auch künftig den Mittelpunkt des Areals bilden.
BLACKPRINT: Wie ist der aktuelle Stand des Bauvorhabens?
BLACKPRINT: Beim Projekt „Kastanienallee am Teich“ wurde frühzeitig ein Umweltbericht inklusive Ökobilanz erstellt. Was waren die wichtigsten Erkenntnisse daraus?
BLACKPRINT: Viele Bauprojekte kompensieren ökologische Eingriffe mit finanziellen Ausgleichszahlungen. Sie haben sich bewusst für reale Ausgleichsmaßnahmen vor Ort entschieden ...
Thomas Müller: Ja, um das Defizit auszugleichen sind wir gerne dem Wunsch des Grünflächenamtes der Stadt nachgekommen und unterstützen in finanzieller Form die Aufwertung von Teilflächen des benachbarten Bürgerparks zu extensiven Frischwiesen.
BLACKPRINT: Ökologische Maßnahmen entfalten ihre Wirkung oft erst über Jahrzehnte. Wie stellen Sie sicher, dass dieser Wert in einem kurzfristig geprägten Umfeld gesehen und geschützt wird?
Thomas Müller: Das Projekt basiert auf einem vorhabenbezogenen B-Plan, in dem sämtliche Maßnahmen im Detail festgehalten sind. Daneben gibt es beispielsweise eine Nutzungsordnung, die der neuen Eigentümergemeinschaft für die Nutzung des Sees mit auf den Weg gegeben wird.
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Moderne Architektur trifft auf ein innovatives Energiekonzept: Bei dem Projekt soll das Wasser des Sees als Wärmequelle für sämtliche Häuser genutzt werden.
BLACKPRINT: Betrachten Sie Ihr Projekt als „Leuchtturmprojekt“ für nachhaltiges Bauen?
Thomas Müller: Zunächst ist dieser Begriff im Zusammenhang mit unserem Energiekonzept gefallen. Nicht von uns selbst, sondern von der TU Darmstadt. Bezieht man alle Details des Projektes mit ein und betrachtet das Ergebnis der Ökobilanz, dann kann man schon von einem außergewöhnlichem Bauprojekt sprechen.
BLACKPRINT: Projekte wie die „Kastanienallee am Teich“ benötigen langen Atem. Welche Verzögerungen mussten Sie im Laufe der Zeit hinnehmen – und was waren aus Ihrer Sicht die Hauptursachen?
BLACKPRINT: Wenn Sie aus Ihrer Erfahrung heraus einen Wunsch an Politik und Verwaltung richten dürften: Was müsste sich ändern, damit nachhaltige Projekte wie die „Kastanienallee am Teich“ nicht mehr an vermeidbaren Hürden scheitern?
BLACKPRINT: Und welchen Wunsch haben Sie an die Verwaltung?
BLACKPRINT: Hoffen wir, dass Ihr Appell gehört wird! Aber Hand aufs Herz: Wenn Sie all die genannten Schwierigkeiten hätten voraussehen können, würden Sie das Projekt heute noch einmal angehen?
Thomas Müller: So bescheuert das auch klingen mag, ja!
BLACKPRINT: Herr Müller, wir bedanken uns für das offene Gespräch!
Das Interview führte Robert Uhde.
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