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Erstes Wohnhaus im 3D-Druck – Wohnen wie gedruckt

Wohnen wie gedruckt – Wohnhaus in Beckum

Im westfälischen Beckum wird aktuell das bundesweit erste Haus im 3D-Druck fertiggestellt. Die organisch geschwungenen Wände des Neubaus bestehen aus einem speziellen Beton, der Schicht um Schicht mit Hilfe eines Druck-Roboters aufgebracht wurde. Das bahnbrechende Projekt der Hous3Druck UG wurde durch das ortsansässige Büro Mense-Korte ingenieure + architekten geplant. Die Umsetzung erfolgte in Kooperation mit CARLISLE® und weiteren Partnern wie HeidelbergCement oder dem Schalungsspezialisten Peri.

Wer in den vergangenen Monaten an der Baustelle des Hauses in Beckum vorbeilief, dem ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Erst beim Näherkommen wurde deutlich, dass hier so gar nichts nach herkömmlichen Regeln verlief: Denn statt durch ein Team von Handwerkern wurden die Wände des doppelgeschossigen Prototypen mit Hilfe eines Druck-Roboters erstellt und der eingesetzte Spezialbeton dabei Schicht um Schicht mit einer Düse aufgetragen. Mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde und gesteuert von lediglich zwei Mitarbeitern konnten die gesamten Wände des Neubaus so mit fünfzig Druckstunden pro Geschoss im Verlauf von zwei Wochen ausgeführt werden.

©Mense-Korte

Ende Mai 2021 soll das Gebäude fertiggestellt sein. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nach den Plänen des Büros Mense-Korte ingenieure + architekten ist ein harmonisch proportioniertes Haus in organischer Formgebung entstanden, das auf zwei Ebenen eine Wohnfläche von insgesamt 160 Quadratmetern zur Verfügung stellt. Neben den weiß beschichteten, dabei elegant abgerundeten Fassaden und dem geschwungenen Fassadenrücksprung im Eingangsbereich fällt dabei auch der ebenfalls abgerundete Balkonausschnitt im Obergeschoss ins Auge. Im Zusammenspiel mit der fertigungsbedingt entstandenen, in ihrer horizontalen Linienführung an Kammzugputz erinnernden Oberflächenstruktur ist den Verantwortlichen ein Projekt gelungen, das nicht nur technologisch Maßstäbe setzt, sondern auch in ästhetischer Hinsicht vollauf überzeugt.

EnEV-konforme Planung mit gedämmter Wandkonstruktion

In den USA, in Dubai, China, Russland oder Belgien sind in den vergangenen Jahren schon mehrere Gebäude aus dem 3D-Drucker entstanden: „Das Haus in Beckum setzt dennoch Maßstäbe, weil wir hier erstmals eine EnEV-konforme Planung mit einer gedämmten Wandkonstruktion umgesetzt haben“, beschreibt Architekt Waldemar Korte die Besonderheit seines Pionierprojektes. „Erforderlich war entsprechend ein mehrschaliger Wandaufbau mit bis zu 24 Zentimeter starken Innen- und Außenwänden, deren Zwischenraum anschließend mit einer Perlite-Schüttdämmung aus expandiertem Vulkangestein verfüllt wurde. Im Zusammenspiel mit einer innovativen Gebäudetechnik mit Lüftungsanlage, Luftwärmepumpe, Betonkernaktivierung und Photovoltaik können wir so den KfW-55-Standard erreichen.“

Die Vorteile und das gewaltige Potenzial des Druckverfahrens liegen dabei auf der Hand: „Der Bauprozess verläuft deutlich schneller, weil bei der Fertigung der Wände neben den Hohlräumen für die Dämmung auch bereits sämtliche Aussparungen für Leitungen, Rohre und Steckdosen berücksichtigt werden können“, erklärt Waldemar Korte. „Hinzu kommt der geringere Personaleinsatz, der insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel im Bau ein entscheidender Vorteil ist.“ Schon jetzt lässt sich also erahnen, dass die neue Technologie früher oder später die gesamte Branche revolutionieren wird. Aufgrund seiner Vorbildfunktion für die weitere Digitalisierung und Automatisierung der Baubranche wurde das Projekt in Beckum deshalb auch mit einer Summe von 200.000 Euro durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

In den kommenden 18 Monaten soll das Haus zunächst als Musterhaus der Öffentlichkeit zugänglich sein und in dieser Zeit auch umfangreich evaluiert werden. „Anschließend soll es dann ganz normal verkauft werden“, erklärt Waldemar Korte. „Und am Ende seines Lebenszyklus‘ ist das Gebäude aufgrund der Bauweise und der verwendeten Materialien dann sogar weitestgehend recyclingfähig.“

Hochwertige Dachabdichtung

Bei der Umsetzung des Hauses konnte sich die Hous3Druck UG auf verschiedene Partnerunternehmen stützen. Neben der Firma HeidelbergCement und dem Schalungshersteller Peri, der den Drucker beisteuerte, zählte auch CARLISLE® zu den Projektbeteiligten: „Um eine dauerhaft wasserdichte Abdichtung der rund 100 Quadratmeter großen extensiv begrünten Flachdachfläche zu ermöglichen, haben wir die selbstklebende EPDM-Bahn RESITRIX® SK W Full Bond zur Verfügung gestellt“, berichtet CARLISLE®-Architektenberater Michael Pietsch.

Im Rahmen der Umsetzung hatte das beauftragte Unternehmen Peitz Bedachungen oberhalb der Betondecke zunächst einen bituminösen Voranstrich und anschließend eine 350 Millimeter starke Schaumglasdämmung ausgeführt. „Das Gefälle von zwei Prozent ermöglicht dabei einen sicheren Abfluss von Regenwasser“, erklärt der beauftragte Dachdeckermeister Hans-Werner Peitz. „Oberhalb der Dämmung haben wir dann zunächst eine selbstklebende Bitumenbahn in Heißbitumen ausgeführt und anschließend die durchwurzelungsfeste RESITRIX® Bahn aufgebracht, um einen sicheren Aufbau für die spätere Begrünung zu ermöglichen.“

Mehr zu RESITRIX® erfahren Sie hier. 

 


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