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Abdichtung eines Spielschiffs mit dem HERTALAN® RhinoBond® System

Ahoi im Abenteuerland! – Spielschiff im Ostseeheilbad Zingst

Das Ostseeheilbad Zingst liegt eingebettet zwischen Ostsee und Bodden inmitten des Nationalparks „Vorpommersche Boddenlandschaft“. Es ist östlichste Gemeinde und zugleich größter Ort der reizvollen Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst sowie jüngstes Ostseeheilbad in Mecklenburg-Vorpommern – kurzum ein Ort der Superlative. Seit Sommer 2020 hat das beliebte Urlaubsziel eine weitere Attraktion zu bieten: Direkt am Strand von Zingst ist auf dem Gelände des Kindermuseums „Experimentarium“ eine prachtvolle „Hansestadt“ entstanden. Vor den typischen Giebeln der Hansezeit erheben sich die Masten eines besonderen Schiffs, das hier vor Anker gegangen ist.

Beim Näherkommen offenbart sich den Besuchern des Experimentariums ein gewaltiges, begehbares Spielschiff, das nicht nur Kinderherzen höherschlagen lässt, sondern auch die Fantasie so manches Erwachsenen beflügelt. Auch wenn dieses Schiff nicht in See stechen wird, galt es, den hölzernen Zweimaster wind- und wetterfest zu machen, damit es seinen Benutzern noch viele Jahrzehnte ungetrübte Spielfreude bereiten kann.

HÖCHSTE QUALITÄTSANSPRÜCHE

Der Entwurf für dieses aufsehenerregende Spielgerät stammt von der Firma Richter Spielgeräte, die im bayerischen Frasdorf ansässig ist. Vor über 50 Jahren hatte die Firmengründerin Hilde Richter die Idee, Holzspielgeräte für Kinderspielplätze zu bauen, die bis dahin vorwiegend von Stahlkonstruktionen geprägt waren. Damals ahnte noch niemand wirklich, wie erfolgreich sich das Unternehmen entwickeln würde, das inzwischen in dritter Generation familiengeführt ist und immer noch auf echtes, ehrliches Handwerk setzt. Das Markenzeichen der Familie Richter: ein ganz besonderes Augenmerk auf Sicherheit, Stabilität, Umweltfreundlichkeit, Spielwert und die Verwendung von Hölzern aus nachhaltig betriebener Forstwirtschaft, verbunden mit höchsten Qualitätsansprüchen. Heute beschäftigt das Unternehmen über 100 Mitarbeiter, die die einzigartigen Spielgeräte entwickeln, produzieren und in über 40 Länder exportieren. So erklärt es sich auch, wie das Schiff aus der kleinen Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim letztlich an die ostdeutsche Ostseeküste gelangte.

EIN PLUS AN SICHERHEIT

Mit der Ausführung beauftragte die Firma Richter Spielgeräte einen Betrieb aus der Nachbarschaft: die Dachdeckerei und Zimmerei von Sebastian Schlosser in Frasdorf, einen Garanten für qualitativ hochwertige handwerkliche Arbeit. Die Zimmermannsarbeiten wurden am Firmensitz von Sebastian Schlosser ausgeführt. Ebenso die Schulung der Dachdecker zu den Abdichtungsarbeiten durch den CARLISLE® Anwendungstechniker Alexander Hajek, der dieses besondere Projekt von der Technikseite her betreute. Diesen besonderen Service bietet CARLISLE® Kunden an, die das erste Mal mit den EPDM-Produkten des Herstellers arbeiten oder die Produkte in einem für sie neuen Anwendungsbereich einsetzen, um so von Anfang an eine bestmögliche Verarbeitungsqualität zu ermöglichen. Wenn Sie mehr zu unsren Leistungen erfahren wollen klicken sie hier.

„Auch wenn unsere Produkte von Natur aus einfach und sicher zu verarbeiten sind, legen wir großen Wert darauf, unsere Neukunden vor der Erstverlegung umfassend zu schulen“, erklärt Alexander Hajek. „So geben wir auch erfahrenen Verarbeitern ein Plus an Sicherheit“, ergänzt er, „denn auf der Baustelle sollten möglichst keine Fehler mehr passieren.“ Nachdem alle Komponenten für das Spielschiff fertiggestellt waren, ging es auf die große Reise an die Küste: Die Einzelteile wurden auf einen LKW geladen und nach Zingst transportiert, wo sie innerhalb von einer Woche vor Ort auf dem Gelände des Kindermuseums montiert wurden und die Abdichtungsarbeiten für das Schiffsdeck erfolgten.

Transport der Einzelteile nach Zingst auf LKW

ALLES KINDERLEICHT?

Der Produktkatalog von Richter Spielgeräte umfasst inzwischen fast 1.000 Geräte, von Wippen über Klettergerüste und Spielhäuschen bis zu besonderen Objekten wie diesem Spielschiff. Routine kommt dabei nicht auf, denn jedes Projekt ist anders, einzigartig. Was die Spielgeräte gemeinsam haben: Hinter jedem einzelnen von ihnen steckt von Anfang an viel Planung und die Liebe zum Detail. Denn nur so können die hohen Qualitätsansprüche des Unternehmens auch umgesetzt werden.

 

„Da wäre man am liebsten nochmal Kind“

-Christoph Wiesner (Fachberater im Außendienst bei CARLISLE®)

 

Bei diesem Projekt stellte letztlich das Deck des Spielschiffes eine besondere Herausforderung für die Baubeteiligten dar. Es entspricht einer frei bewitterten Dachfläche und erfordert somit eine entsprechende, oberseitige Abdichtung. Diese sollte möglichst nachhaltig sowie einfach und sicher zu verarbeiten sein und eine möglichst lange Nutzungsdauer aufweisen. Daher fiel die Entscheidung hinsichtlich des zu verwendenden Materials einstimmig für eine Abdichtung aus dem Synthesekautschuk EPDM. Der Hochleistungswerkstoff überzeugt nicht nur durch seine materialspezifischen Vorteile wie dauerhaft elastisches Verhalten und eine äußerst hohe Alterungs- bzw. Witterungsbeständigkeit. Er lässt sich zudem ohne offene Flamme und somit ohne Brandgefahr verlegen, ein besonderer Vorteil bei der Verarbeitung auf hölzernen Untergründen. Das Material ist halogen- und weichmacherfrei, hat eine gute Ökobilanz und lässt sich umweltschonend recyceln.

Die fertig aufgebrachte HERTALAN® Plane auf dem Dach des Schiffes

WINDSOGSICHERE ABDICHTUNG IN EINEM STÜCK

Die Fläche des Schiffsdecks hat einen rechteckigen Grundriss mit einem kuppelförmigen Querschnitt und besitzt nur wenige Einbauteile bzw. Durchdringungen. Damit hatte sich die Verlegung einer ganzflächigen, werkseitig vorgefertigten EPDM-Plane als optimale Variante angeboten. Die Möglichkeit, die Dachabdichtung aus einem einzigen, zusammenhängenden Gebilde, also ohne eine einzige Baustellennaht, herzustellen, ist ausschließlich bei dem oben beschriebenen Werkstoff EPDM gegeben. Bei der verwendeten Plane HERTALAN® EASY COVER handelt es sich um ein homogenes Material ohne Verstärkung oder Kaschierung, hier mit einer Materialdicke von 1,5 mm. Eine weitere Besonderheit bestand darin, die Abdichtungsplane mit dem RhinoBond® System im sogenannten Induktionsverfahren mechanisch im Untergrund zu befestigen. Dabei wurden zunächst speziell beschichtete Einzelbefestiger in die Holzschalung geschraubt und anschließend mit der Planenunterseite verschweißt; ganz ohne Durchdringung der Abdichtung. Ausgehend von definierten Bemessungswerten der Befestiger und einer objektspezifischen Windlastberechnung bietet diese Verlegevariante die größtmögliche Windsogsicherheit, auch unter Berücksichtigung der küstennahen Lage.

Aufgebrachte Halteteller gemäß Verlageplan

SICHERE ABDICHTUNG AUCH IM DETAIL

Innerhalb der Dachfläche musste die Plane im Bereich von einigen Einbauteilen mit rundem Querschnitt aufgeschnitten und darüber gestülpt werden. Das betraf den mittig angeordneten Holzmast des „Schiffsdecks“ und die dazugehörigen Ankerplatten der Seilspannvorrichtung. Weiterhin wurden entlang des Dachrandes runde Stützen aus verzinktem Stahl als Befestigungsuntergrund des Schiffsgeländers angeordnet. Die Einbauteile wurden mit separaten Zuschnitten bzw. Stülpmanschetten angeschlossen und dachseitig mit dem systemgerechten Kontaktklebstoff KS 137 verklebt sowie zusätzlich mit dem pastösen Klebstoff KS 96 abgedichtet. Oberseitig wurden die Anschlüsse mit Schellenbändern aus Edelstahl gegen hinterläufiges Niederschlagswasser verwahrt. Sowohl im Trauf- als auch im Ortgangbereich konnte die EPDM-Flächenplane ohne Unterbrechung an die jeweiligen Konstruktionsteile angeschlossen werden.

Darstellung Ortgangblende und Traufabschluss

 

Die nach dem technischen Regelwerk erforderliche, zusätzliche Dachrandbefestigung zur Aufnahme horizontaler Kräfte wurde analog zur Flächenbefestigung mit Einzelbefestigern im Induktionsverfahren vorgenommen. Dem Betrachter bieten sich umlaufend optisch ansprechende, metallische Verblendungen. Insgesamt stellt die beschriebene Abdichtungslösung und deren Einbau unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine äußerst gelungene Lösung dar. Das betrifft sowohl die Wahl des hochwertigen Werkstoffes EPDM als auch den Einbau als ganzflächige Plane bei gleichzeitiger Gewährleistung der Windsogsicherheit. Bereits kurz nach der Inbetriebnahme des Spielschiffs berichteten die Betreiber des Experimentariums, dass es von kleinen und großen Besuchern begeistert angenommen würde. „Da wäre man am liebsten selbst noch einmal Kind“, sinniert Christoph Wiesner, Fachberater im Außendienst bei CARLISLE®, der dieses Projekt von Vertriebsseite betreute. Sein Fazit:

„Am Beispiel dieser Referenz zeigt sich wieder einmal die enorme Flexibilität der CARLISLE® Produkte. Wir können nicht nur große Dächer sicher abdichten, sondern auch kleinere, individuelle Lösungen anbieten -Abdichtung für alle Fälle“.

 


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Erstes Wohnhaus im 3D-Druck – Wohnen wie gedruckt

Wohnen wie gedruckt – Wohnhaus in Beckum

Im westfälischen Beckum wird aktuell das bundesweit erste Haus im 3D-Druck fertiggestellt. Die organisch geschwungenen Wände des Neubaus bestehen aus einem speziellen Beton, der Schicht um Schicht mit Hilfe eines Druck-Roboters aufgebracht wurde. Das bahnbrechende Projekt der Hous3Druck UG wurde durch das ortsansässige Büro Mense-Korte ingenieure + architekten geplant. Die Umsetzung erfolgte in Kooperation mit CARLISLE® und weiteren Partnern wie HeidelbergCement oder dem Schalungsspezialisten Peri.

Wer in den vergangenen Monaten an der Baustelle des Hauses in Beckum vorbeilief, dem ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Erst beim Näherkommen wurde deutlich, dass hier so gar nichts nach herkömmlichen Regeln verlief: Denn statt durch ein Team von Handwerkern wurden die Wände des doppelgeschossigen Prototypen mit Hilfe eines Druck-Roboters erstellt und der eingesetzte Spezialbeton dabei Schicht um Schicht mit einer Düse aufgetragen. Mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde und gesteuert von lediglich zwei Mitarbeitern konnten die gesamten Wände des Neubaus so mit fünfzig Druckstunden pro Geschoss im Verlauf von zwei Wochen ausgeführt werden.

©Mense-Korte

Ende Mai 2021 soll das Gebäude fertiggestellt sein. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nach den Plänen des Büros Mense-Korte ingenieure + architekten ist ein harmonisch proportioniertes Haus in organischer Formgebung entstanden, das auf zwei Ebenen eine Wohnfläche von insgesamt 160 Quadratmetern zur Verfügung stellt. Neben den weiß beschichteten, dabei elegant abgerundeten Fassaden und dem geschwungenen Fassadenrücksprung im Eingangsbereich fällt dabei auch der ebenfalls abgerundete Balkonausschnitt im Obergeschoss ins Auge. Im Zusammenspiel mit der fertigungsbedingt entstandenen, in ihrer horizontalen Linienführung an Kammzugputz erinnernden Oberflächenstruktur ist den Verantwortlichen ein Projekt gelungen, das nicht nur technologisch Maßstäbe setzt, sondern auch in ästhetischer Hinsicht vollauf überzeugt.

EnEV-konforme Planung mit gedämmter Wandkonstruktion

In den USA, in Dubai, China, Russland oder Belgien sind in den vergangenen Jahren schon mehrere Gebäude aus dem 3D-Drucker entstanden: „Das Haus in Beckum setzt dennoch Maßstäbe, weil wir hier erstmals eine EnEV-konforme Planung mit einer gedämmten Wandkonstruktion umgesetzt haben“, beschreibt Architekt Waldemar Korte die Besonderheit seines Pionierprojektes. „Erforderlich war entsprechend ein mehrschaliger Wandaufbau mit bis zu 24 Zentimeter starken Innen- und Außenwänden, deren Zwischenraum anschließend mit einer Perlite-Schüttdämmung aus expandiertem Vulkangestein verfüllt wurde. Im Zusammenspiel mit einer innovativen Gebäudetechnik mit Lüftungsanlage, Luftwärmepumpe, Betonkernaktivierung und Photovoltaik können wir so den KfW-55-Standard erreichen.“

Die Vorteile und das gewaltige Potenzial des Druckverfahrens liegen dabei auf der Hand: „Der Bauprozess verläuft deutlich schneller, weil bei der Fertigung der Wände neben den Hohlräumen für die Dämmung auch bereits sämtliche Aussparungen für Leitungen, Rohre und Steckdosen berücksichtigt werden können“, erklärt Waldemar Korte. „Hinzu kommt der geringere Personaleinsatz, der insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel im Bau ein entscheidender Vorteil ist.“ Schon jetzt lässt sich also erahnen, dass die neue Technologie früher oder später die gesamte Branche revolutionieren wird. Aufgrund seiner Vorbildfunktion für die weitere Digitalisierung und Automatisierung der Baubranche wurde das Projekt in Beckum deshalb auch mit einer Summe von 200.000 Euro durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

In den kommenden 18 Monaten soll das Haus zunächst als Musterhaus der Öffentlichkeit zugänglich sein und in dieser Zeit auch umfangreich evaluiert werden. „Anschließend soll es dann ganz normal verkauft werden“, erklärt Waldemar Korte. „Und am Ende seines Lebenszyklus‘ ist das Gebäude aufgrund der Bauweise und der verwendeten Materialien dann sogar weitestgehend recyclingfähig.“

Hochwertige Dachabdichtung

Bei der Umsetzung des Hauses konnte sich die Hous3Druck UG auf verschiedene Partnerunternehmen stützen. Neben der Firma HeidelbergCement und dem Schalungshersteller Peri, der den Drucker beisteuerte, zählte auch CARLISLE® zu den Projektbeteiligten: „Um eine dauerhaft wasserdichte Abdichtung der rund 100 Quadratmeter großen extensiv begrünten Flachdachfläche zu ermöglichen, haben wir die selbstklebende EPDM-Bahn RESITRIX® SK W Full Bond zur Verfügung gestellt“, berichtet CARLISLE®-Architektenberater Michael Pietsch.

Im Rahmen der Umsetzung hatte das beauftragte Unternehmen Peitz Bedachungen oberhalb der Betondecke zunächst einen bituminösen Voranstrich und anschließend eine 350 Millimeter starke Schaumglasdämmung ausgeführt. „Das Gefälle von zwei Prozent ermöglicht dabei einen sicheren Abfluss von Regenwasser“, erklärt der beauftragte Dachdeckermeister Hans-Werner Peitz. „Oberhalb der Dämmung haben wir dann zunächst eine selbstklebende Bitumenbahn in Heißbitumen ausgeführt und anschließend die durchwurzelungsfeste RESITRIX® Bahn aufgebracht, um einen sicheren Aufbau für die spätere Begrünung zu ermöglichen.“

Mehr zu RESITRIX® erfahren Sie hier. 

 


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Niederländische Architektur ist ein weltweites Exportprodukt

Spätestens mit der Jahrtausendwende begann der Hype um niederländische Architektur. Es bleibt jedoch die Frage nach ihrem Erfolgsgeheimnis, nach dem Entstehen sowie der Umsetzung der originellen und effektiven Ideen. Ein Erklärungsversuch von Jan Knikker, Partner bei MVRDV.

Würfelförmige Häuser, die auf der Spitze stehen, eine Markthalle in Form eines gigantischen Hufeisens, eine Bibliothek mit hellgelben Lüftungsschächten, daneben ein knallroter Wohnturm. Das Zentrum von Rotterdam sieht an manchen Stellen aus wie ein Freiluftarchitekturmuseum. Und das trotz der niedrigen Baupreise, von denen deutsche Bauherren nur träumen können: schon für 900 Euro pro Quadratmeter kann man in Holland Büros bauen. Und das auch noch mit gewagten, spannenden Entwürfen, wo in Deutschland oft Ödnis herrscht wie die Süddeutsche Zeitung bemängelt.

„In Deutschland gibt es eine Kultur der Angst. Neue Gebäude sollen möglichst neutral aussehen. Damit die Investoren sie leichter wieder verkaufen können und die Stadt ein einheitliches Bild bewahrt“, sagt MVRDV Gründungspartner Winy Maas, der den Entwurf der Markthal Rotterdam geleitet hat.

Markthal Rotherdam

©Ossip-van-Duivenbode

Die Markthal kann man als bemerkenswertes Objekt erfassen, mit seiner großen Halle und dem enormen, fast barocken Deckengemälde, oder man sieht es als eine mutige und zugleich schlaue Lösung, die aus einem verhältnismäßig kleinen Budget das Beste herausgeholt hat. Man hat Wohnungen genommen, diese zu Wänden und einer Decke aufgestapelt und so fast gratis eine Markthalle bekommen. Gebaut für nur 1.750 Euro pro Quadratmeter.

Gründungspartnerin Nathalie de Vries fasste die nationalen Klischees europäischer Baukultur einmal ironisch zusammen, wonach die deutsche Architektur technologisch sei, die französische elegant und die belgische minimalistisch. Und die holländische, lässt sich die auch auf ein Klischee reduzieren? Die niederländischen Botschafter sagen gerne im Ausland, dass es Demokratie ist, sie bauen gerne einfach, bürgerlich und ohne Monumentalismus. Ein berühmtes niederländisches Sprichwort besagt, dass, wenn man sich normal benimmt, man schon verrückt genug ist. Das kann man allerdings auch umdrehen: Wenn niederländische Architekturstudenten an der Universität eine Ausbildung erhalten, in der konzeptuelles Denken stimuliert wird, Pragmatismus, Innovation und auch eine Prise Humor gewünscht ist, kann man auf diesem dann normalen Niveau ganz außergewöhnliche Architektur schaffen.

VALLEY-Amsterdam–MVRDV

VALLEY, Amsterdam – MVRDV

Dieses konzeptuelle und pragmatische Denken hat niederländische Architektur zu einem weltweiten Exportprodukt gemacht und damit aber auch zu einer internationalen Zusammenarbeit, die praktisch keine Grenzen mehr kennt. In vielen Rotterdamer Architekturbüros sind 30 oder mehr Nationalitäten beschäftigt, einerseits aus praktischen Gründen, andererseits aber auch, um ein offenes Visier zu behalten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Team aus Niederländern, Deutschen, Indern und Amerikanern an einem Projekt in Argentinien zusammenarbeitet.

Das wird als kulturelle Bereicherung und Gewinn für alle Seiten gesehen, so gesehen ist nicht die niederländische Architektur mit einem einheitlichen Stil oder die niederländische Identität das Exportprodukt, sondern die Arbeitsmethode, die sich auszeichnet durch Liberalität, Aufgeschlossenheit und Mut zu unkonventionellen Lösungen und die oft in starken Konzepten mit Egalitarismus und einem Sinn für Humor resultiert. Da für den Bau oftmals nur erstaunlich niedrige Budgets zur Verfügung stehen, wird immer wieder mit neuen Materialien experimentiert. Sozusagen die Suche nach dem heiligen Gral, um doch noch etwas Besonderes machen zu können. Vielleicht liegt darin ja das Erfolgsgeheimnis – gegebene Grenzen werden kreativ neu interpretiert zu fantastischen Chancen.

 

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Flachdachsanierung einer Architektur-Ikone mit RESITRIX EPDM-Bahnen

Lifting für Architektur-Ikone

Am 28. Februar 2019 feierte Star-Architekt Frank O. Gehry seinen 90sten Geburtstag. Seine kühnen Entwürfe haben Architekturgeschichte geschrieben und zahlreiche Ikonen geschaffen. Aber auch Ikonen kommen in die Jahre, wie das Energie-Forum-Innovation in Bad Oeynhausen. Zwanzig Jahre nach seiner Fertigstellung wurde eine Rundumsanierung fällig – einen Schwerpunkt dabei bildete die markante Dachlandschaft, die sich aus zahlreichen einzelnen Dachflächen zusammensetzt.

Grünspan und Durchfeuchtung

Zunächst fiel auf, dass sich an den schrägen WDVS-Fassaden Grünspan gebildet hatte. Kein schöner Anblick für die Besucher des Veranstaltungsforums mit Ausstellungshalle im Gebäude. Der Eigentümer, die Westfalen Weser Energie, entschied sich für eine grundlegende Sanierung. In diesem Zuge wurden auch die Dachflächen genau unter die Lupe genommen. Eine Dachbegehung zeigte, dass der Kies auf den Flachdächern stark durchmoost und verschmutzt war und dringend erneuert werden musste. Der ausführende Dachdeckerbetrieb, Kottmeier Bedachungen aus Vlotho, empfahl vorsorglich eine Dachöffnung. Diese ergab, dass die Wärmedämmung bereits an mehreren Stellen stark durchfeuchtet war. Die Mineralfaserplatten hatten sich teilweise so mit Wasser vollgesogen, dass zwei Mann nötig waren, um die Dämmplatten überhaupt anheben zu können. Es bestand also akuter Handlungsbedarf.

Die Sanierungslösung

Der alte Dachaufbau wurde bis zur vorhandenen Dampfsperre entfernt. Auf den alten Bitumen-Dampfsperren wurden selbstklebende ALUTRIX® 600 Dampfsperrbahnen verlegt, darüber eine neue Wärmedämmschicht aus PUR/PIR. Die Abdichtung wurde einlagig mit 3,1 mm starken RESITRIX® CL EPDM-Dichtungsbahnen ausgeführt, die per Heißluft miteinander verschweißt wurden, ohne offene Flamme und somit ohne Brandgefahr. Die EPDM-Bahnen bieten einen sicheren Schutz vor eindringender Feuchtigkeit, denn sie sind äußerst witterungs- bzw. alterungsbeständig und dauerhaft elastisch. Das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum bescheinigt RESITRIX® eine Gebrauchsdauer von über 50 Jahren, als einzigem Produkt auch für die Nahtfügung.

Mehr zu RESITRIX® finden Sie hier.

Auf eine Schutzlage aus Polyestervlies brachten die Dachdecker die neue Kiesschüttung auf. Zusätzlich modifizierten sie die Dachentwässerung und rüsteten eine Notentwässerung nach. Hierzu installierten sie systemkonforme Edelstahl-Entwässerungselemente mit vorgefertigten RESITRIX® Anschlussmanschetten, die sich ebenfalls per Heißluft mit den Dachbahnen verschweißen lassen. Im Sommer 2017 konnte die Sanierung abgeschlossen werden. Seither erstrahlt das Energie-Forum wieder in neuem Glanz.

Weitere Referenzen finden Sie unter: https://www.ccm-europe.com/referenzen/

Fachkundige Beratungsleistungen durch CARLISLE®

Michael Pietsch, der auch Sachverständiger für Schäden an Gebäuden ist, begleitete das Sanierungsvorhaben von Anfang an und beriet fachkundig unter anderem zu kniffeligen Detailanschlüssen, Umweltfragen und der Entwässerung.

Mehr zu unseren Beratungsleistungen finden Sie hier.

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