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8 Praxistipps für die fachgerechte Flachdachabdichtung

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Einbaubedingungen für Dachabdichtungen nach dem technischen Regelwerk

Die vordringliche Aufgabe von Dachabdichtungen besteht in der schnellen, gezielten und dauerhaften Ableitung von anfallendem Niederschlagswasser. Das technische Regelwerk formuliert dazu eine Reihe von Anforderungen. Neben der konstruktiven Ausbildung sind aber auch das Alterungsverhalten des Abdichtungsmaterials, ihr Zusammenwirken mit anderen Schichten des Dachaufbaus und die fachgerechte Ausführung des Gesamtwerkes von hoher Bedeutung.

Dachabdichtungen können sowohl nach DIN 18531 als auch nach der Fachregel für Abdichtungen (Flachdachrichtlinie) geplant und ausgeführt werden. Da beide Vorschriften teilweise unterschiedliche Anforderungen aufweisen, ist der Bezug auf die jeweilige Regel schon in der Ausschreibungsphase bzw. bei der Angebotserstellung von entscheidender Bedeutung, um spätere Mängelanzeigen schon im Vorfeld auszuschließen. Ebenso wichtig ist es, die Bedeutung der innerhalb des Regelwerkes enthaltenen Modalverben zu erkennen und anzuwenden.

Hierbei ist besonderes Augenmerk auf den kleinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen den Modalverben „sollten“ und „sollen“ zu richten. Eine Gesamtübersicht ist in der Grundregel für Abdichtungen enthalten.

Nachfolgend werden acht wichtige Kriterien beschrieben, die für eine gezielte Ableitung des Niederschlagswassers verantwortlich sind. Dabei werden vorhandene Unterschiede des Regelwerkes berücksichtigt.

1. Dachneigung, Gefälle

Gemäß der Flachdachrichtlinie soll das geplante Gefälle mindestens 2 % betragen. Nur in begründeten Fällen, die beispielhaft aufgelistet werden, können auch gefällelose Flächen geplant und ausgeführt werden. Im Unterschied dazu sollte nach DIN 18531 lediglich ein Mindestgefälle von 2 % geplant werden. Gefällelose Dächer sind demnach möglich, wenn die Auswahl der Abdichtung die Anforderungen der Anwendungsklasse K2 erfüllt. Der Unterschied zwischen beiden Regelwerken liegt jedoch eindeutig im Gebrauch der Modalverben. Hinsichtlich der Pfützenfreiheit werden in beiden Regelwerken die gleichen Aussagen getroffen. Danach ist bei Dachflächen mit einer Neigung bis ungefähr 5 % Pfützenbildung unvermeidbar.

TIPP: Abweichungen vom geplanten Gefälle sind nicht immer vermeidbar und deshalb zulässig.

 

2. Dachentwässerung

Abläufe der Innenentwässerung sind an den tiefsten Stellen der zu entwässernden Teilflächen anzuordnen. Nach der Flachdachrichtlinie sollen Abläufe zusätzlich durch Kies-/Laubfangkörbe vor Verstopfungen geschützt werden. Traufbohlen sollen nach der Flachdachrichtlinie 10 mm niedriger als die vorhandene Dämmschicht sein.

TIPP: Eine regelmäßige Kontrolle bzw. Wartung der Ablauföffnungen ist unverzichtbar.

3. Ausbildung von Anschlüssen

Auch hierfür gelten einheitliche Vorgaben. Die Höhe der Abdichtung beträgt bei Dachneigungen bis 5° (ca. 9 %) mindestens 15 cm, bei Dachneigungen über 5° (ca. 9 %) mindestens 10 cm, jeweils über Oberkante Belag. An der Oberkante sind die Anschlüsse gegen hinterläufiges Spritzwasser und Schlagregen durch geeignete konstruktive Maßnahmen zu sichern.

TIPP: Auskragende Elemente und Anschluss-Schienen sind geeignete konstruktive Maßnahmen.

 

4. Ausbildung von Türanschlüssen

Die Anschlusshöhe über Oberkante Belag kann bis auf 5 cm verringert werden, wenn im Belag unmittelbar vor der gesamten Türbreite durch Einbau einer wannenbildenden Entwässerungsrinne oder einer vergleichbaren Konstruktion die Wasserbelastung minimiert wird. Eine solche Rinne muss unmittelbar an die Entwässerung angeschlossen werden. Es wird außerdem auf die Gefahr von Verformungen oder Verhärtungen der Kunststoffteile bei Verwendung von erhitztem Bitumen, einer offenen Flamme oder von Heißluft hingewiesen. Barrierefreie Übergänge mit einer weiteren Unterschreitung der Anschlusshöhe sind dagegen Sonderkonstruktionen und erfordern abdichtungstechnische Sonderlösungen.

TIPP: Sonderkonstruktionen müssen genau zwischen den Baubeteiligten abgestimmt werden.

 

5. Einbau der Dachabdichtung

Die fachgerechte Verlegung der Abdichtung in allen Bereichen ist von entscheidender Bedeutung. Das Regelwerk legt neben Parametern zur stofflichen Beschaffenheit der Abdichtungsmaterialien auch deren Einbaubedingungen fest. Hervorzuheben sind hierbei die materialspezifischen Methoden der Nahtfügung von Abdichtungsbahnen. Nur eine handwerklich korrekte Verlegung schafft neben den beschriebenen, vordergründig konstruktiven Einbaubedingungen die Voraussetzung für die Funktionssicherheit des Gesamtwerkes und damit auch für eine dauerhafte Abführung von auf die Dachfläche einwirkenden Niederschlägen.

Tipp: Für die Abdichtung von Detailausbildungen kann Flüssigkunststoff eine sinnvolle Ergänzung bilden.

 

6. Dachrandausbildung

Die Höhe der Abdichtung beträgt bei Dachneigungen bis 5° mindestens 10 cm, bei Dachneigungen über 5° mindestens 5 cm, jeweils über Oberkante Belag. Direkt in die Abdichtung eingeklebte Dachrandprofile sind ungeeignet. Demzufolge sind mehrteilige Profile zu verwenden.

Tipp: Ausreichende Dachrandhöhen verhindern Schäden an der Fassade.

 

7. Durchdringungen

Der Abstand von Durchdringungen untereinander und zu anderen Bauteilen sollte nach DIN 18531 bei bahnenförmigen Abdichtungsstoffen mit mindestens 30 cm geplant werden. Bei flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen sollte dieser Abstand mindestens 10 cm betragen. Innerhalb der Flachdachrichtlinie wird dagegen das Modalverb sollen verwendet, womit die Empfehlung durch eine Anforderung ersetzt wird, von der nur in begründeten Fällen abgewichen werden kann. Zu geringe Abstände von Durchdringungen erschweren die fachgerechte und dauerhafte Herstellung ihrer Anschlüsse und führen nicht selten zu Undichtigkeiten innerhalb dieser Bereiche.

Tipp: Bauteile mit werkseitigen Manschetten und einfachen Einbaumöglichkeiten mindern das Risiko späterer Schäden erheblich.

 

8. Abrutschsicherung

Im Regelwerk wird auf zusätzliche Maßnahmen zur Verhinderung des Abgleitens aller Schichten des Dachaufbaus hingewiesen. Das betrifft Flächen mit einem Gefälle über 3°, insbesondere bei Verwendung von Abdichtungsbahnen oder/und deren Klebemassen mit eingeschränkter Wärmestandfestigkeit. Gleiches gilt für Teilflächen mit hoher Sonneneinstrahlung. In der Regel wird die Abrutschsicherung durch geeignete mechanische Befestigungen erreicht. Bei Nichtbeachtung solcher Maßnahmen wird nicht nur die Nutzungsdauer der Abdichtung eingeschränkt, sondern auch unnötige Pfützenbildung hinter abgerutschten Bahnen verursacht.

Tipp: Systemaufbauten stellen eine besonders geeignete Lösung zur Abrutschsicherung dar.

 

Die aufgeführten Kriterien stehen in enger Wechselwirkung zueinander. Das verdeutlicht die Komplexität der Problematik. Schon der Ausfall eines Gliedes innerhalb der Kette kann die Funktionalität des Gesamtwerkes infrage stellen und zu Schäden führen. Daher sind die fachgerechte Planung und Ausführung nach den Vorgaben des entsprechenden technischen Regelwerkes von entscheidender Bedeutung.

 


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