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November 2022

Wissen

Neue Zukunftsperspektiven mit Urban Gardening auf dem Dach

Urban Gardining auf dem Flachdach

Viele Verbraucher setzen heute auf den Eigenanbau. Während das Gärtnern früher nur Menschen in ländlichen Gebieten vorbehalten war, ist die Gartenarbeit inzwischen auch in Städten möglich. Das Konzept nennt sich Urban Gardening – und zwar völlig unkonventionell auf Gebäudedächern. Dabei bietet das städtische Gärtnern viele Vorteile und schafft völlig neue Zukunftsperspektiven für die Umwelt. Allerdings gibt es auch einiges zu beachten, denn die Sicherheit hat hier höchste Priorität.

Was ist Urban Gardening?

Unter Urban Gardening – zu Deutsch „städtisches Gärtnern“ – ist die Nutzung von städtischen Flächen für den Gartenbau zu verstehen. Weil die Anbauflächen gerade im urbanen Raum nur spärlich gesät sind, geht der Trend in Richtung Gartenbau auf Gebäudedächern. Somit ist das Bewirtschaften einer Fläche unter freiem Himmel auch in der Stadt problemlos möglich – noch dazu mit einem fantastischen Ausblick.

Urban Gardening ist dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit keine kurzweilige Trenderscheinung, die bereits in den kommenden Jahren wieder aus der „Mode“ kommt. Ganz im Gegenteil: Das Gärtnern im städtischen Raum hat Perspektive – vor allem im Lichte drohender Nahrungsmittel- und Wasserknappheit, Bodendegradierung durch zunehmende Flächenversiegelungen sowie Verlust der biologischen Vielfalt durch den fortschreitenden Klimawandel.

Das Konzept des Urban Gardenings macht also ursprüngliche Konsumenten zu selbsternannten Landwirtschaftsexperten – egal, ob in Kleinstädten oder in den Metropolen dieser Welt. Bevor die Bepflanzung des Gebäudedaches jedoch realisiert werden kann, gibt es ein paar wichtige Punkte hinsichtlich des Stadtgrüns zu beachten – vor allen Dingen, was die Sicherheit betrifft.

Sicherheit steht an erster Stelle

Eine wichtige Voraussetzung für das Urban Gardening ist natürliche eine geeignete Dachneigung. Schließlich gilt: Je steiler das Dach ist, desto anspruchsvoller ist die sichere Verankerung des Substrates beim Anbau bzw. bei der Begrünung. Für das Gärtnern auf dem Dach ist ein Flachdach optimal – dabei sollte die Dachneigung des Flachdaches 2-3° betragen:

Veranschaulichung eines Flachdachs mit geringem Neigungswinkel

Ein Flachdach mit geringem Neigungswinkel bietet eine optimale Anbaufläche (©elbemetall.de).

 

Neben der Dachneigung spielt auch die Tragfähigkeit des Daches eine entscheidende Rolle. Der Grund: Das durchfeuchtete Substrat inklusive Bepflanzung weist ein hohes Eigengewicht auf. Die Baustatik muss also auf die zusätzliche Last, die durch die landwirtschaftliche Nutzung entsteht, ausgelegt sein. Ansonsten sind Gebäudeschäden und schlimmstenfalls ein verheerender Gebäudeeinsturz vorprogrammiert. Wer sich hier nicht sicher ist, ist dazu angeraten, die Tragfähigkeit des Daches von einem qualifizierten Statiker oder Bauingenieur überprüfen zu lassen.

Urban Gardening auf dem Dach – neue Zukunftsperspektiven

Flachdach Gründach Gardining

Urban Gardening auf dem Dach hat Zukunft. Das Konzept des städtischen Gärtnerns auf Gebäudedächern besitzt viele Vorteile, die der Umwelt auf längere Sicht zugutekommen. Die wichtigsten sind wie folgt.

Genutzte Dächer als Dächer der Zukunft

Angesichts der sich ausbreitenden Urbanisierung steigt die Zahl der versiegelten Flächen – und das insbesondere auf Kosten der Landwirtschaft. Die Zahl der Anbauflächen geht immer weiter zurück, was eine Nahrungsmittelknappheit – zumindest in manchen Teilen dieser Welt – zur Folge haben könnte. Anbauflächen müssen deshalb nachhaltig sein, d. h. auch für zukünftige Generationen gesichert sein.

Urban Gardening auf dem Dach bringt einen ganz klaren Vorteil. Obwohl die Städte wachsen und Anbauflächen in den kommenden Jahrzehnten schwinden, hat das Gärtnern hoch über den Dächern der Stadt Zukunft. Schließlich haben versiegelte Flächen keinen Einfluss auf die Bedachung. Somit sind Flächen für den Gartenbau gesichert, wenn die Überdachung dazu verwendet wird. Genutzte Dächer fungieren also als Dächer der Zukunft.

Neue Lebensräume

Durch die intensive Nutzung von Pestiziden kommt es zu einem voranschreitenden Artensterben. So sind bestimmte Schmetterlings-, Bienen -und Vogelarten mittlerweile vom Aussterben bedroht. Mit einer grünen Oase auf dem Gebäudedach entstehen jedoch neue Lebensräume, die dem Artensterben gezielt entgegenwirken. So bietet ein Wildblumen-Beet aus z. B. Sonnenblumen, Margeriten und Kapuzinerkresse eine besonders große Pflanzenvielfalt, die vor allem Bienen und Schmetterlinge anlockt.

Ein kleines Gartenparadies auf dem Dach leistet also einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Artenvielfalt – und das inmitten von Städten, wo immer mehr freie Flächen dem Gebäudebau weichen müssen. So lassen sich mit Gründächern Städte gesunder machen.

Retention des Regenwassers

Die zunehmende Flächenversiegelung in den Städten dieser Welt reduziert nicht nur die Zahl der Anbauflächen. Sie hat auch noch einen weiteren, ganz entscheidenden Nachteil: Bei Starkregenereignissen sind Überflutungen im urbanen Raum meistens vorprogrammiert, weil die Vegetation, die eine erfolgreiche Regenwasserversickerung ermöglicht, fehlt.

Urban Gardening auf Gebäudedächern kann also auch hier eine Lösung sein. Schließlich bildet der Garten auf dem Dach eine geeignete Wasserrückhaltefläche – besonders bei starkem Niederschlag. In Zeiten des Klimawandels, in denen extreme Wetterverhältnisse immer mehr zur Normalität werden, ist die Retention des Regenwassers entscheidend. Gartenflächen auf dem Dach sind also die optimale Lösung für dieses Problem.

Integrativer Aspekt

Nicht zu vergessen ist auch der integrative Aspekt des Urban Gardenings auf dem Dach. Wird die Gartenfläche nämlich von mehreren Personen des gleichen Wohnhauses gleichzeitig bewirtschaftet, kann das Gärtnern die Hausgemeinschaft stärken. Gerade in großen Städten, wo Anonymität herrscht und man in vielen Fällen noch nicht einmal seine unmittelbare Nachbarschaft kennt, bietet das gemeinsame Gärtnern eine willkommene Abwechslung vom Einsiedlerdasein.

Urban Gardening auf dem Dach – ein Konzept mit Zukunft

Urban Gardening auf dem Dach bietet viele neue Zukunftsperspektiven. Hier entstehen zusätzliche Anbauflächen, neue Lebensräume für die bedrohte Artenvielfalt und wichtige Sickerflächen bei Starkregenereignissen. Die Sicherheit hat hier allerdings Vorrang – das Dach muss nicht nur einen bestimmten Neigungswinkel aufweisen, sondern auch auf die zusätzliche Last der Vegetation ausgelegt sein. Alles in allem: Das städtische Gärtnern auf Gebäudedächern ist ein nachhaltiges Konzept, das sowohl uns Menschen heute als auch zukünftigen Generationen zugutekommt.

 


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