Monatsarchiv

Mai 2021

Referenzen

Abdichtung eines Spielschiffs mit dem HERTALAN® RhinoBond® System

Ahoi im Abendheuerland! – Spielschiff im Ostseeheilbad Zingst

Das Ostseeheilbad Zingst liegt eingebettet zwischen Ostsee und Bodden inmitten des Nationalparks „Vorpommersche Boddenlandschaft“. Es ist östlichste Gemeinde und zugleich größter Ort der reizvollen Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst sowie jüngstes Ostseeheilbad in Mecklenburg-Vorpommern – kurzum ein Ort der Superlative. Seit Sommer 2020 hat das beliebte Urlaubsziel eine weitere Attraktion zu bieten: Direkt am Strand von Zingst ist auf dem Gelände des Kindermuseums „Experimentarium“ eine prachtvolle „Hansestadt“ entstanden. Vor den typischen Giebeln der Hansezeit erheben sich die Masten eines besonderen Schiffs, das hier vor Anker gegangen ist.

Beim Näherkommen offenbart sich den Besuchern des Experimentariums ein gewaltiges, begehbares Spielschiff, das nicht nur Kinderherzen höherschlagen lässt, sondern auch die Fantasie so manches Erwachsenen beflügelt. Auch wenn dieses Schiff nicht in See stechen wird, galt es, den hölzernen Zweimaster wind- und wetterfest zu machen, damit es seinen Benutzern noch viele Jahrzehnte ungetrübte Spielfreude bereiten kann.

HÖCHSTE QUALITÄTSANSPRÜCHE

Der Entwurf für dieses aufsehenerregende Spielgerät stammt von der Firma Richter Spielgeräte, die im bayerischen Frasdorf ansässig ist. Vor über 50 Jahren hatte die Firmengründerin Hilde Richter die Idee, Holzspielgeräte für Kinderspielplätze zu bauen, die bis dahin vorwiegend von Stahlkonstruktionen geprägt waren. Damals ahnte noch niemand wirklich, wie erfolgreich sich das Unternehmen entwickeln würde, das inzwischen in dritter Generation familiengeführt ist und immer noch auf echtes, ehrliches Handwerk setzt. Das Markenzeichen der Familie Richter: ein ganz besonderes Augenmerk auf Sicherheit, Stabilität, Umweltfreundlichkeit, Spielwert und die Verwendung von Hölzern aus nachhaltig betriebener Forstwirtschaft, verbunden mit höchsten Qualitätsansprüchen. Heute beschäftigt das Unternehmen über 100 Mitarbeiter, die die einzigartigen Spielgeräte entwickeln, produzieren und in über 40 Länder exportieren. So erklärt es sich auch, wie das Schiff aus der kleinen Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim letztlich an die ostdeutsche Ostseeküste gelangte.

EIN PLUS AN SICHERHEIT

Mit der Ausführung beauftragte die Firma Richter Spielgeräte einen Betrieb aus der Nachbarschaft: die Dachdeckerei und Zimmerei von Sebastian Schlosser in Frasdorf, einen Garanten für qualitativ hochwertige handwerkliche Arbeit. Die Zimmermannsarbeiten wurden am Firmensitz von Sebastian Schlosser ausgeführt. Ebenso die Schulung der Dachdecker zu den Abdichtungsarbeiten durch den CARLISLE® Anwendungstechniker Alexander Hajek, der dieses besondere Projekt von der Technikseite her betreute. Diesen besonderen Service bietet CARLISLE® Kunden an, die das erste Mal mit den EPDM-Produkten des Herstellers arbeiten oder die Produkte in einem für sie neuen Anwendungsbereich einsetzen, um so von Anfang an eine bestmögliche Verarbeitungsqualität zu ermöglichen. Wenn Sie mehr zu unsren Leistungen erfahren wollen klicken sie hier.

„Auch wenn unsere Produkte von Natur aus einfach und sicher zu verarbeiten sind, legen wir großen Wert darauf, unsere Neukunden vor der Erstverlegung umfassend zu schulen“, erklärt Alexander Hajek. „So geben wir auch erfahrenen Verarbeitern ein Plus an Sicherheit“, ergänzt er, „denn auf der Baustelle sollten möglichst keine Fehler mehr passieren.“ Nachdem alle Komponenten für das Spielschiff fertiggestellt waren, ging es auf die große Reise an die Küste: Die Einzelteile wurden auf einen LKW geladen und nach Zingst transportiert, wo sie innerhalb von einer Woche vor Ort auf dem Gelände des Kindermuseums montiert wurden und die Abdichtungsarbeiten für das Schiffsdeck erfolgten.

Transport der Einzelteile nach Zingst auf LKW

ALLES KINDERLEICHT?

Der Produktkatalog von Richter Spielgeräte umfasst inzwischen fast 1.000 Geräte, von Wippen über Klettergerüste und Spielhäuschen bis zu besonderen Objekten wie diesem Spielschiff. Routine kommt dabei nicht auf, denn jedes Projekt ist anders, einzigartig. Was die Spielgeräte gemeinsam haben: Hinter jedem einzelnen von ihnen steckt von Anfang an viel Planung und die Liebe zum Detail. Denn nur so können die hohen Qualitätsansprüche des Unternehmens auch umgesetzt werden.

 

„Da wäre man am liebsten nochmal Kind“

-Christoph Wiesner (Fachberater im Außendienst bei CARLISLE®)

 

Bei diesem Projekt stellte letztlich das Deck des Spielschiffes eine besondere Herausforderung für die Baubeteiligten dar. Es entspricht einer frei bewitterten Dachfläche und erfordert somit eine entsprechende, oberseitige Abdichtung. Diese sollte möglichst nachhaltig sowie einfach und sicher zu verarbeiten sein und eine möglichst lange Nutzungsdauer aufweisen. Daher fiel die Entscheidung hinsichtlich des zu verwendenden Materials einstimmig für eine Abdichtung aus dem Synthesekautschuk EPDM. Der Hochleistungswerkstoff überzeugt nicht nur durch seine materialspezifischen Vorteile wie dauerhaft elastisches Verhalten und eine äußerst hohe Alterungs- bzw. Witterungsbeständigkeit. Er lässt sich zudem ohne offene Flamme und somit ohne Brandgefahr verlegen, ein besonderer Vorteil bei der Verarbeitung auf hölzernen Untergründen. Das Material ist halogen- und weichmacherfrei, hat eine gute Ökobilanz und lässt sich umweltschonend recyceln.

Die fertig aufgebrachte HERTALAN® Plane auf dem Dach des Schiffes

WINDSOGSICHERE ABDICHTUNG IN EINEM STÜCK

Die Fläche des Schiffsdecks hat einen rechteckigen Grundriss mit einem kuppelförmigen Querschnitt und besitzt nur wenige Einbauteile bzw. Durchdringungen. Damit hatte sich die Verlegung einer ganzflächigen, werkseitig vorgefertigten EPDM-Plane als optimale Variante angeboten. Die Möglichkeit, die Dachabdichtung aus einem einzigen, zusammenhängenden Gebilde, also ohne eine einzige Baustellennaht, herzustellen, ist ausschließlich bei dem oben beschriebenen Werkstoff EPDM gegeben. Bei der verwendeten Plane HERTALAN® EASY COVER handelt es sich um ein homogenes Material ohne Verstärkung oder Kaschierung, hier mit einer Materialdicke von 1,5 mm. Eine weitere Besonderheit bestand darin, die Abdichtungsplane mit dem RhinoBond® System im sogenannten Induktionsverfahren mechanisch im Untergrund zu befestigen. Dabei wurden zunächst speziell beschichtete Einzelbefestiger in die Holzschalung geschraubt und anschließend mit der Planenunterseite verschweißt; ganz ohne Durchdringung der Abdichtung. Ausgehend von definierten Bemessungswerten der Befestiger und einer objektspezifischen Windlastberechnung bietet diese Verlegevariante die größtmögliche Windsogsicherheit, auch unter Berücksichtigung der küstennahen Lage.

Aufgebrachte Halteteller gemäß Verlageplan

SICHERE ABDICHTUNG AUCH IM DETAIL

Innerhalb der Dachfläche musste die Plane im Bereich von einigen Einbauteilen mit rundem Querschnitt aufgeschnitten und darüber gestülpt werden. Das betraf den mittig angeordneten Holzmast des „Schiffsdecks“ und die dazugehörigen Ankerplatten der Seilspannvorrichtung. Weiterhin wurden entlang des Dachrandes runde Stützen aus verzinktem Stahl als Befestigungsuntergrund des Schiffsgeländers angeordnet. Die Einbauteile wurden mit separaten Zuschnitten bzw. Stülpmanschetten angeschlossen und dachseitig mit dem systemgerechten Kontaktklebstoff KS 137 verklebt sowie zusätzlich mit dem pastösen Klebstoff KS 96 abgedichtet. Oberseitig wurden die Anschlüsse mit Schellenbändern aus Edelstahl gegen hinterläufiges Niederschlagswasser verwahrt. Sowohl im Trauf- als auch im Ortgangbereich konnte die EPDM-Flächenplane ohne Unterbrechung an die jeweiligen Konstruktionsteile angeschlossen werden.

Darstellung Ortgangblende und Traufabschluss

 

Die nach dem technischen Regelwerk erforderliche, zusätzliche Dachrandbefestigung zur Aufnahme horizontaler Kräfte wurde analog zur Flächenbefestigung mit Einzelbefestigern im Induktionsverfahren vorgenommen. Dem Betrachter bieten sich umlaufend optisch ansprechende, metallische Verblendungen. Insgesamt stellt die beschriebene Abdichtungslösung und deren Einbau unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine äußerst gelungene Lösung dar. Das betrifft sowohl die Wahl des hochwertigen Werkstoffes EPDM als auch den Einbau als ganzflächige Plane bei gleichzeitiger Gewährleistung der Windsogsicherheit. Bereits kurz nach der Inbetriebnahme des Spielschiffs berichteten die Betreiber des Experimentariums, dass es von kleinen und großen Besuchern begeistert angenommen würde. „Da wäre man am liebsten selbst noch einmal Kind“, sinniert Christoph Wiesner, Fachberater im Außendienst bei CARLISLE®, der dieses Projekt von Vertriebsseite betreute. Sein Fazit:

„Am Beispiel dieser Referenz zeigt sich wieder einmal die enorme Flexibilität der CARLISLE® Produkte. Wir können nicht nur große Dächer sicher abdichten, sondern auch kleinere, individuelle Lösungen anbieten -Abdichtung für alle Fälle“.

 


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