Monatsarchiv

Februar 2021

Wissen

DIGITALISIERUNG: Wieder Zeit für das Handwerk

Gastbeitrag: Christoph Bertram, Online-Redakteur ZEDACH Digital

Der Begriff Digitalisierung schreckt bis heute immer noch zu viele ab – zu Unrecht. Denn im Dachhandwerk bedeutet sie ganz einfach: Weniger Büro, mehr Dach! So liefert die ZEDACH-Gruppe neben Bedachungsmaterial mittlerweile auch attraktive digitale Lösungen für ihre Kunden und Mitglieder.

Hand aufs Herz: Wie modern ist Ihre Website? Wie viel Zettelwirtschaft herrscht noch in Ihrem Betrieb? Und wie viel Arbeit haben Sie mit Erstanfragen, aus denen sowieso kein Auftrag wird? Die vergangenen Jahre im Dachhandwerk bedeuteten volle Auftragsbücher, viel Arbeit – und damit wenig Zeit für eine Verbesserung der Prozesse um das Kerngeschäft herum. Aber es wird immer wichtiger, die betrieblichen Abläufe effizienter zu gestalten, denn Handwerker brauchen wieder Zeit für ihr Handwerk. Und sie brauchen neue Lösungen, die ihren Betrieb fit für die Zukunft machen.

Die digitale Zeiterfassung spart Aufwand und Papier.

Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel. Das Thema ist gar nicht so komplex, wie manch einer denkt, und bringt echte Vorteile für das Dachhandwerk. Zwei Beispiele: Wer seine Arbeitszeiten digital erfasst, macht die Abrechnung effizienter und verhindert Papierberge. Und wer seine Website modernisiert und smarte Tools wie einen Sanierungsrechner oder den Velux-Dachfensterkonfigurator einbindet, erleichtert sich die Kundenakquise.

Die fünf Dachdecker-Einkaufsgenossenschaften (DEG) der ZEDACH-Gruppe haben es sich zum Ziel gesetzt, einfache Lösungen für ihre Mitglieder und Kunden zu entwickeln. „Die Arbeit der Dachdecker und Zimmerer ist wesentlich komplexer geworden, die administrativen Aufgaben haben zugenommen“, sagt Volkmar Sangl, Digital-Vorstand der ZEDACHGruppe. „Mit unseren Lösungen wollen wir sie entlasten und bei der Digitalisierung ihres Betriebes unterstützen.“ Um die Mammutaufgabe des digitalen Wandels richtig anzupacken, hat die ZEDACH eine eigene Innovationsschmiede aufgebaut: ZEDACH Digital in Köln entwickelt digitale Werkzeuge für die Mitglieder und Kunden der DEG. Das größte Projekt ist bislang die FLEXBOX, ein digitaler Werkzeugkasten für Dachdecker und Zimmerer. Gerade kleinere Betriebe können damit die ersten Schritte Richtung Digitalisierung machen, denn sie müssen weder viel Zeit noch Budget investieren.

WEBSITEBAUKASTEN UND SANIERUNGSRECHNER

Zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebes gehört heute eine moderne Website. Eines der ersten FLEXBOX Werkzeuge war deshalb ein Websitebaukasten speziell für Dachdecker und Zimmerer, inklusive passender Vorlagen für die Inhalte der Website. Damit erstellt ein Betrieb ganz einfach seinen eigenen, rechtssicheren Internetauftritt, unabhängig von einer teuren Webagentur.
Eine andere Spezialentwicklung ist der Sanierungsrechner: Über dieses Werkzeug auf der Homepage erhalten potenzielle Kunden automatisch eine erste Preisschätzung für ihr Projekt. Der Betrieb spart sich damit den ersten Beratungsaufwand. Und die Anfragen, die über den Sanierungsrechner hereinkommen, enthalten bereits wichtige Eckdaten und zeigen echtes Kaufinteresse.

„Es ist doch das Beste, wenn die Lösungen aus der Branche selbst kommen statt von Playern von außen.“ Moritz Lewin

Die FLEXBOX enthält viele weitere Werkzeuge, etwa zur Baustellenverwaltung, Angebotserstellungund digitalen Zeiterfassung. Das Team von ZEDACH Digital entwickelt den digitalen Werkzeugkasten stetig weiter, neue Lösungen kommen laufend hinzu. Das Projekt zeigt, wie Digitalisierung im Dachhandwerk richtig geht, nämlich …


… nicht im Hauruckverfahren, sondern Schritt für Schritt: Kein Betrieb braucht seine Prozesse von heute auf morgen komplett umzuwerfen. Die Werkzeuge lassen sich ganz nach Bedarf einzeln oder zusammen nutzen.


… nur gemeinsam: Gute Lösungen entstehen nicht im stillen Kämmerlein, sondern im Austausch mit denen, die sie brauchen. Darum entwickelt ZEDACH Digital die FLEXBOX insbesondere durch das Feedback der Nutzer weiter. Neue Tools werden vorab intensiv mit Dachdeckern und Zimmerern getestet.


… zusammen mit starken Partnern: Digitalisierung betrifft die ganze Branche. Darum war der ZVDH von Anfang an mit im Boot bei der Entwicklung der Lösungen. Und aus der Zusammenarbeit mit Velux ist beispielsweise der Dachfensterkonfigurator für die Homepage von Velux-Partnerbetrieben entstanden.


„Wir freuen uns über jeden, der gemeinsam mit uns die Digitalisierung im Dachhandwerk gestalten möchte. Ob Industriepartner, Innung, Meisterschule oder Handwerksbetrieb“, sagt Moritz Lewin, Bereichsleiter Digital der ZEDACH-Gruppe. „Es ist doch das Beste, wenn die Lösungen aus der Branche selbst kommen statt von Playern von außen. So sichern wir die Unabhängigkeit unserer Betriebe und stärken ihnen den Rücken für das Dachhandwerk der Zukunft.“

Hier geht’s zur FLEXBOX: https://flexbox.online/

 


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Unternehmen

Vom Handwerk in die Industrie: Zwei Perspektiven – eine Zukunft

Thomas Schneider und Sabrina Jung vom Handwerk in die Industrie

GEGENSEITIGER RESPEKT: In diesem Blogbeitrag erzählen Thomas Schneider, Leiter Anwendungstechnik, und Sabrina Jung, Inhouse Technikerin, warum sie vom Handwerk zur Industrie gewechselt sind. Zwei Perspektiven – eine Zukunft.

Persepktive 1.: Thomas Schneider, Leiter CARLISLE® Anwendungstechnik

Thomas Schneider Leiter Carlisle Anwendungstechnik

Versteht sowohl Handwerker als auch Architekten, denn er vereint beides in einer Person – unser neuer Leiter Anwendungstechnik Thomas Schneider.

Nach 13 Jahren Tätigkeit im Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern habe ich mir die Frage gestellt, ob sich für mich vielleicht auch noch eine andere Perspektive für die weitere Zukunft ergibt. Ob Zufall oder Bestimmung – jedenfalls traf ich dann den damaligen Geschäftsführer Fritz Stockinger, der mir das Unternehmen CARLISLE® vorstellte. Ich kannte diesen Marktteilnehmer bis dato nicht und war bis zu diesem Zeitpunkt auch eher in der Bauphysik und dem Steildach verhaftet. Aber er hatte eine Gabe, mir den Spirit und Enthusiasmus dieses Industriepartners der Dachbranche so schmackhaft zu machen, dass in mir der Entschluss wuchs, die Familie der Dachdecker zu verlassen und zu CARLISLE® zu wechseln.

Es hat dennoch über ein Jahr gedauert, bis ich schlussendlich meine Kündigung geschrieben und den Schritt auf die andere Seite gewagt habe. Es war kein einfacher Entschluss, denn neben den vielen Dachdeckern und ehrenamtlichen Kollegen, von denen in der langen Zeit schon viele zu Freunden geworden waren, gab es auch eine Menge anderer täglicher Aufgaben, an denen ich sehr hing. Hierzu gehörte auch immer die Ausbildung der Dachdeckermeisterschüler im Berufsbildungszentrum in Lübeck-Blankensee. Hier konnte ich in meiner Laufbahn 325 Schüler auf die bevorstehende Prüfung in den Fächern Bauphysik und Statik vorbereiten. Dies fiel mir als gelernter Dachdecker und Zimmermann nicht schwer, denn Handwerker sprechen meist eine Sprache. Ich habe bei diesem Schritt also eine neue Perspektive bei CARLISLE® gewonnen, aber auch Freunde und Gewohntes im Verband verloren.

Die neue Aufgabe bei CARLISLE® als Leiter der Anwendungstechnik ist groß und schnell stellte sich die Frage, wer bei der Bearbeitung von technischen Anfragen unterstützen kann. So wurde kurzerhand die Stelle der Inhouse-Technik wiederbelebt. Doch trotz mehrmaliger Ausschreibungen fand sich nie der/die richtige Bewerber/in. Es war Eingebung, dass ich mich an meine letzte Meisterschülerin erinnerte, die nicht nur durch ihr gelebtes Handwerk und ihren Einsatz als Ehrenamtlerin in der Nachwuchswerbung der Dachdecker auffiel, sondern auch durch ihre schnelle Auffassungsgabe und ihr Fachwissen. Durch meinen Anruf überrascht – sie war gerade noch in der Meisterprüfung – konnte ich sie zum Glück für ein Bewerbungsgespräch gewinnen.

Der Respekt vor ihrer Leistung in diesen jungen Jahren und das Brennen für ein Handwerk, das uns beide verbindet, hat mich dazu bewogen, sie einzustellen.

Genau dieser Respekt lässt uns heute auf Augenhöhe zusammenarbeiten, ganz im Sinne des Spirits und Enthusiasmus der Firma CARLISLE®.

Perspektive 2.: Sabrina Jung, CARLISLE® Inhouse Technikerin

Unsere neue Inhouse-Technikerin Sabrina Jung ist selbst Dachdeckermeisterin. Nun hat sie die Seite gewechselt und berät unsere Kunden kompetent und engagiert.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, mit einem schönen Garten, Tieren und viel Natur drumherum. Die Begeisterung für das Bauhandwerk habe ich wohl von meinem Vater, der Dachdeckermeister ist. Schon als kleines Mädchen habe ich ihm dabei geholfen, im Garten kleine Häuschen und Ställe für unsere Tiere zu bauen. Auch später bin ich in meiner Freizeit viel draußen gewesen und habe es geliebt, altes Restholz zu praktischen Zwecken zu verwerten.

Nach dem Abitur wollte ich eigentlich in Richtung Veterinärmedizin gehen. Um die Wartesemester bis zum Studium möglichst sinnvoll zu überbrücken, suchte ich mir einige Ausbildungsberufe zusammen, die mir gefallen würden. Diese wollte ich über Praktika besser kennenlernen. Alles, was mit Natur, Tieren und Bauen zu tun hatte, kam dabei in die engere Wahl.

Das erste Praktikum absolvierte ich bei einem Dachdeckermeister nahe meinem Wohnort. Damals ahnte ich noch nicht, dass dies zugleich auch das letzte von meiner ursprünglichen langen Praktikums-Wunschliste sein würde und vor allem der erste Schritt in eine ganz neue Zukunft.

Nach zweieinhalb erfolgreichen Lehrjahren zur Dachdeckergesellin nahm ich am Leistungswettbewerb des Dachdeckerhandwerks Schleswig-Holstein teil und belegte den zweiten Platz. Spätestens da wurde mir klar, dass ich meine Begeisterung für das Handwerk weiterführen wollte und so belegte ich im August 2019 den Meisterkurs des Berufsbildungszentrums in Lübeck-Blankensee. Hier lernte ich Thomas Schneider kennen, der mein Bauphysik-Dozent war und dessen Kompetenz mich sofort überzeugte. Umso mehr war ich dann enttäuscht, als bekannt wurde, dass er nicht mehr unterrichten, sondern eine Stelle als Leiter der Anwendungstechnik bei der Firma CARLISLE® antreten würde.

Aber man sieht sich ja immer zwei Mal im Leben: Noch während meiner Ausbildungszeit in der Meisterschule sprach mich Thomas Schneider an und erzählte mir von der Inhouse-Techniker Stelle bei CARLISLE®.
Hier würden mich ganz andere Aufgaben erwarten, als ich bisher für meinen Beruf angedacht hatte. Die Herausforderung, dabei ganz neue Aspekte zu betrachten, reizte mich.
Nach langem Abwägen und Überlegen entschied ich mich für den Weg in die Industrie. Natürlich war es nicht einfach, die täglich neuen Erlebnisse und Erfahrungen auf der Baustelle hinter mir zu lassen, die mir in meinem Beruf so viel Freude bereitet haben.

Letztendlich überzeugte mich aber das wirklich tolle Arbeitsumfeld in der CARLISLE® Welt und die tollen Kollegen, die neuen Herausforderungen und das neue Wissen, welches ich hier erlernen kann.

 

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Offene Stellen finden Sie auf unserer Karriere Seite: CARLISLE® Jobs & Karriere

 


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Wissen

Sturm – ja und? Die richtige Ausführung bringt mehr Sicherheit für das Dach.

Dachschäden Lagesicherung

Das Thema Lagesicherung auf dem Flachdach rückt aufgrund der in Stärke und Intensität zunehmenden Unwetterereignisse immer mehr in den Fokus von Sachverständigen und Versicherungen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat Hochrechnungen erstellt, um die Zunahme der Schäden und die damit verbundenen Kosten abzuschätzen. Dies hat dazu geführt, dass beispielsweise Sturmschäden heute anders bewertet werden als noch vor wenigen Jahren. Wurde in der Vergangenheit ein Sturmschaden gemeldet, überprüfte die Versicherung die Wetterlage bei Schadenseintritt anhand der Daten des Deutschen Wetterdienstes. Bei positiver Übereinstimmung mit der Meldung erfolgte die Schadensregulierung meist unkompliziert. Heute werden oftmals Sachverständige, die auf diese Bereiche spezialisiert sind, von den Versicherern beauftragt, um den Schaden zu bewerten und festzustellen, ob bereits vorher Mängel am Dach vorhanden waren. Werden z. B. Verarbeitungsfehler, Planungsfehler, eine falsche oder gar fehlende Windlastberechnung festgestellt, wird oftmals eine Empfehlung des Sachverständigen an die Versicherungsgesellschaft ausgesprochen, den Schaden abzulehnen. Einen Beweis dafür anzuführen, dass das Dach auch Schaden genommen hätte, wenn die betreffende Leistung mangelfrei gewesen wäre, ist meist nicht möglich oder sehr aufwendig. Daher sollte diesem Punkt bereits bei der Planung besondere Beachtung geschenkt werden. Bei diesen Berechnungen unterstützt CARLISLE® seine Kunden selbstverständlich gerne kostenlos.

Hier finden Sie unsere Online Berechnungsformulare. 

Wie eine Windlastberechnung erstellt wird und welche Parameter zu berücksichtigen sind, ist seit Juli 2012 in der europäischen Norm DIN-EN 1991-1-4 geregelt. Davor war dies in der Landesnorm 1055-4 definiert.

Welches Lagesicherungs-System ist das richtige?

Die Lagesicherung ist ein wichtiger Baustein der Gebäudestatik. Für eine fachgerechte Windsogsicherung stehen drei Systeme zur Auswahl.

Jedes System hat seine Vor- und Nachteile, die bereits bei der Planung abgewogen werden müssen, um die beste Lösung für ein spezifisches Projekt zu definieren. Das sicherste System ist die mechanische Befestigung gefolgt von der Auflast. Ein verklebter Aufbau birgt die meisten möglichen Ausführungsfehler. Bei allen drei Systemen muss die Lagesicherung mittels einer Windlastberechnung nachgewiesen werden. Bei den heutigen Dämmstoffstärken von teilweise über 300 mm wird die mechanische Befestigung allerdings schnell aufwendig und kostenintensiv. Bei der Auflast muss in Eck- und Außenbereichen oft mit hohen Schichtaufbauten gerechnet werden, die bei der Statik und bei den Anschlusshöhen zu berücksichtigen sind. Bei dem verklebten Dachaufbau sind viele Parameter zu berücksichtigen, wie z. B. ein ebener Untergrund sowie eine Verarbeitungs- und Bauteiltemperatur von mindestens 5 Grad Celsius. Bei dicken Wärmedämmungen müssen mehrere Schichten untereinander verklebt werden. Die maximalen Dämmstoffstärken pro Schicht – insbesondere bei EPS – sind in den Regelwerken Flachdachrichtlinie und DIN 18531 geregelt. Eine Verklebung auf Trapezblechtragschalen sollte nur in Ausnamefällen vorgesehen werden, denn beim Trapezblech stehen nur die schmalen Obergurte als Klebefläche zur Verfügung und die Obergurte dürfen nicht mehr als 2 mm in der Höhe voneinander abweichen. Der verklebte Dachaufbau ist zudem durch Gebäudehöhen und Lage der Gebäude limitiert. Die Abreißfestigkeiten der Baustoffe liegen zwischen 2,5 und 3,6 kN/m2. Bei Gebäuden mit einer Höhe von 25 m und mehr kann ein verklebtes System meist nicht mehr eingesetzt werden. Die Windlastberechnung gibt Aufschluss über die zu erwartenden Kräfte in den Windzonen auf dem Dach. Diese müssen mit den Abreißfestigkeiten der Baustoffe abgeglichen werden.

Risikiominimierung durch gute Planung und Bauüberwachung

Bereits in der Planungsphase sollte sorgfältig abgewogen werden, welches der drei Systeme zur Lagesicherung für ein Bauvorhaben das richtige ist. Die Leistungen sind dann ausführlich und umfänglich auszuschreiben, z. B. mit dem Hinweis auf die Bedeutung der winddichten An- und Abschlüsse. Werden Anschlüsse an den Außenseiten eines Gebäudes nicht winddicht hergestellt, strömt Wind unter die Konstruktion, was zu Schäden bzw. Versagen des Dachschichtenpaketes führt. Die einwirkende Windkraft erhöht sich dann um über 75 % gegenüber einer Konstruktion, in die kein Wind eindringen kann und es kommt unweigerlich zum Sturmschaden.

Sturmschäden Dach Lagesicherung

Kleine Ursache mit großer Wirkung: Wenn der Wind einen Schwachpunkt bei der Lagesicherung als Angriffspunkt lokalisiert hat, folgt meist eine Kettenreaktion mit möglichen dramatischen Folgen – wie hier in einem innerstädtischen Bereich mit Personen- und Schiffsverkehr, einer angrenzenden S-Bahn und Straßen.

In der Bauüberwachung sollten folgende Leistungen vor Ort besonders im Fokus stehen:

  • Liegt den ausführenden Fachkräften eine Windlastberechnung vor? Falls nicht, muss diese schnellstmöglich angefordert werden. Ein fachgerechtes Arbeiten ohne einen statischen Nachweis ist nicht möglich.
  • Werden die An- und Abschlüsse insbesondere an Attiken und Traufen winddicht ausgeführt? Ein Einklemmen der Abdichtungsbahn mit der Attikaabdeckung reicht nicht aus.

Bei Lagesicherung durch mechanische Befestigung:

  • Passen die Schraubenabstände zu den Vorgaben aus der Windlastberechnung?
  • Haben die Halteteller einen Mindestabstand von 10 mm bis zur Nahtkante der Bahn bei der Befestigung im Saumbereich?
  • Ist die Dämmung insbesondere bei Mineralfaser trittsicher, damit der Halteteller bei Windeinwirkung die Abdichtungsbahn zwischen dem Halteteller und der Wärmedämmung einklemmen kann? Ist die Dämmung zu weich, rutscht die Abdichtungsbahn bei Windeinwirkung unter dem Halteteller durch.

Bei Lagesicherung durch Verklebung:

  • Wird beim verklebten Aufbau auf die Bauteiltemperatur von mindestens 5 Grad Celsius geachtet?
  • Erfolgt der Klebstoffauftrag gemäß den Vorgaben aus der Windlastberechnung? Ein „schlangenlinienförmiger“ Auftrag ist nicht zulässig. Der Auftrag des Klebers ist immer streifenweise oder vollflächig auszuführen.
  • Ist der Untergrund eben genug für den verwendeten Kleber?
  • Die neu verlegten und verklebten Dämmstoffplatten dürfen mindestens 45 Minuten nicht begangen werden. Oftmals ist auf der Baustelle zu sehen, dass der Verarbeiter über die gerade verlegten Platten läuft, um neue Platten zu holen. Dabei drückt sich der Kleber zusammen, kommt bei Entlastung aber nicht wieder zusammen mit der Platte hoch.
  • Fragen Sie nach der Kompatibilität der verwendeten Bauprodukte.

Bei Lagesicherung durch Auflast:

  • Entsprechen die vor Ort gemessenen Schichtdicken der vier Windzonen auf dem Dach denen aus der Windlastberechnung?
  • Sind Maßnahmen erforderlich, um Verwehungen zu verhindern, weil das Gebäude sehr hoch ist oder in einer exponierten Lage steht?

 

Fazit Lagesicherung

Bereits in der Planung sollte über die Art der Lagesicherung entschieden werden. Der statische Nachweis über die Lagesicherung (Windlastberechnung) gehört mit zur Dokumentation, die dem Bauherrn übergeben werden muss und dient als Grundlage der Bauüberwachung. Es sollte auf die korrekte fachliche Ausführung geachtet werden, um das Investment für den Bauherrn zu schützen und ihn vor verhängnisvollen Haftungsfolgen zu bewahren. Sollte es infolge einer fehlerhaften Ausführung zu einem Sturmschaden kommen, besteht für den Bauherrn nicht nur die Gefahr, dass der Versicherungsschutz nicht greift. Wenn Personen zu Schaden kommen, liegt sogar ein Straftatbestand nach dem deutschen Strafgesetzbuch (StGB) vor, bei dem sich unweigerlich die Staatsanwaltschaft einschaltet.

Das Thema Lagesicherung ist ein wichtiger Aspekt jedes Bauprojektes, dem sowohl bei der Planung als auch bei der Bauüberwachung die entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.

 

Hier finden Sie unsere Online Berechnungsformulare. 

 


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