Monatsarchiv

Juli 2020

Fachbereich Produkte

Nachhaltige Flachdachsanierung mit EPDM-Planen – sogar auf PVC-Altabdichtungen

Die Komplettsanierung eines Flachdaches ist üblicherweise sehr zeit- und kostenintensiv, v.a. wenn die Altabdichtung komplett demontiert und als Sondermüll entsorgt werden muss. Die Lösung: Ein speziell entwickeltes System, mit dem eine Direktsanierung sogar auf PVC-Altabdichtungen möglich ist.

Jährlich werden in Deutschland ca. 90 Millionen Quadratmeter Flachdachfläche mit einer neuen Abdichtung belegt, wovon der Anteil der Sanierungsfälle ca. 60 Millionen Quadratmeter beträgt. Im Rahmen der Sanierung ist zunächst eine Entscheidung über den Verbleib des vorhandenen Schichtenaufbaus oder dessen Erneuerung zu treffen. Die Bewertung des Ist-Zustandes umfasst dabei vordergründig Aspekte des Wärme- und Feuchteschutzes, des Brandschutzes, der Windsog- und Standsicherheit und der Entwässerung.

Fällt diese Bewertung positiv aus, kann der Altdachaufbau in aller Regel verbleiben. Die Dachfläche ist dann lediglich mit einer geeigneten Neuabdichtung zu versehen. Gegebenenfalls muss aus energetischen Gründen noch eine zusätzliche Dämmschicht oberhalb der Altabdichtung angeordnet werden. Abhängig von der Gesamtkonstellation kann die Neuabdichtung lose mit Auflast, verklebt oder mechanisch befestigt werden.

Dachabdichtungen aus großflächigen EPDM-Planen

Dachabdichtungen werden vorrangig aus bahnenförmigen Stoffen ausgebildet, sowohl im Neubau als auch im Sanierungsbereich. Möglich sind auch Abdichtungen aus flüssig zu verarbeitenden Werkstoffen. Eine spezielle und vorteilhafte Alternative stellt die Verlegung von Werkstoffen auf Basis des Synthesekautschuks EPDM dar. Die spezifischen stofflichen Vorzüge dieses Werkstofftyps sind hinlänglich bekannt. Sie besitzen ein dauerelastisches Verhalten in einem sehr breiten Temperaturbereich und sind gleichzeitig äußerst alterungs- bzw. witterungsbeständig. Hohe Nutzungsdauern von mehreren Jahrzehnten sind bei fachgerechtem Einbau also sichergestellt.

Eine großflächige Planenverlegung, wie sie nur bei diesem Materialtyp möglich ist, bietet darüber hinaus in vielen Fällen zusätzlich verlegetechnische Vorteile. Die Planen werden von uns aus Bahnenmaterial durch Heißvulkanisation unter definierten Temperatur- und Druckbedingungen vorgefertigt. Je nach Dachgröße und dem entsprechenden Aufmaß werden eine Gesamtplane oder mehrere Teilplanen gefertigt und nach der Verlegung abschließend auf der Baustelle miteinander wasserdicht verbunden. Die Anzahl der auf der Baustelle herzustellenden Nahtverbindungen wird gegenüber einer Abdichtung mit Bahnenware um bis zu 90 % gesenkt.

Da die EPDM-Planen an fast allen An- und Abschlussbereichen, vornehmlich im Dachrandbereich und an aufgehenden Wänden, ohne Unterbrechung aus der Regelfläche hochgeführt und dort standfest verklebt werden, verringert sich der Anteil von verschweiß- oder verklebbaren Fügenähten zusätzlich. Im Idealfall, z.B. bei kleinflächigen Dächern mit rechteckigem Grundriss, sind sogar gar keine Nahtfügungen mehr erforderlich. Insgesamt entsteht eine maßgeschneiderte Lösung, angepasst an die jeweilige Dachgeometrie. Die notwendige Verlegezeit sinkt im Vergleich zur herkömmlichen Bahnenverlegung entscheidend. Die Verlegung kommt insgesamt ohne Bitumenkocher oder Einsatz einer offenen Flamme aus.

Mehr zu unseren HERTALAN® EPDM-Planen finden sie hier >

Mechanische Befestigung auf PVC-Altabdichtungen oder Bitumen

In Kombination mit unserem RhinoBond® System können die HERTALAN® EPDM-Planen mechanisch per Induktionsverschweißung auf der PVC- oder  anderen Altabdichtungen befestigt werden und das ohne Durchdringung der Dachabdichtung. Hierfür werden zunächst induktionsfähige Halteteller über die gesamte Dachfläche nach den Vorgaben der erstellten Windlastberechnung auf der Altabdichtung befestigt. Durch diese sogenannte Feldbefestigung wird die Windlast gleichmäßig auf die Plane verteilt. Diese spezielle Art der Feldbefestigung ist bei Untergründen aus Stahltrapezprofilen, wie sie vorrangig auf großflächigen Industriedächern vorkommen, nicht an den Obergurtabstand der Profile gebunden. Das Verfahren kann aber auch auf allen anderen infrage kommenden Tragschichten mit oder ohne Wärmedämmschichten angewendet werden. Im Gegensatz zur traditionellen Saumbefestigung wird die Windlast gleichmäßig auf die Plane verteilt. Hierdurch wird die asymmetrische Krafteinwirkung auf Teller und Naht verhindert und damit das unerwünschte Flattern der Abdichtung vermieden.

Eine weitere Besonderheit bei der Sanierung stellen die Anforderungen des allgemeinen technischen Regelwerkes an die Beschaffenheit geeigneter Schrauben dar. Es dürfen nur korrosionsbeständige Schrauben verwendet werden, um deren Funktionssicherheit dauerhaft zu gewährleisten. Bei Belassung der vorhandenen Dachschichten ist immer von eingeschlossener Restfeuchte auszugehen. Nach DIN 18531 müssen derartige Schrauben sogar im Bereich Neubau eingesetzt werden, wenn die Anforderungen an die Anwendungsklasse K2 für höherwertige Abdichtungen erfüllt werden sollen. Das beschriebene Befestigungssystem sieht hierfür Schrauben aus Edelstahl vor.  Mit diesen korrosionsbeständigen Schrauben werden die Halteteller befestigt, um einen langfristig schädlichen Einfluss von eingeschlossener Restfeuchte zu vermeiden. Bei direkter Befestigung auf harten Untergründen ohne zusätzliche Wärmedämmung, wie Beton, Porenbeton oder Holz, besteht das Befestigungssystem aus der passenden Schraube und dem speziellen, für das Induktionsverfahren zugelassenen Halteteller. Enthält der Schichtenaufbau eine Wärmedämmung, wird zusätzlich eine Tülle aus Kunststoff integriert. Dadurch wird die Schraubenlänge reduziert und es wird auch die Durchtrittsicherheit gewährleistet, so dass die Dachbahn nicht zerstört werden kann. Je nach Dämmschichtdicke besitzen die Tüllen Längen von 30 bis 150 mm.

Eine patentrechtlich geschützte Besonderheit bildet eine Schmelzsicherung am unteren Ende der Kunststofftülle. Beim Eindrehen der Schraube wird die Schmelzsicherung plastisch verformt und bildet dadurch eine Unterlagsscheibe. Die auftretende Reibungswärme wird somit absorbiert. Bestimmte Untergründe, wie z.B. Poren- oder Bimsbeton, garantieren keine ausreichende Festigkeit. Hier sind durch Auszugsversuche die Bemessungslasten der Befestiger gesondert zu bestimmen.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fälle:

  • Trapezblech: bei Blechdicken unter 0,75 mm
  • Porenbeton: bei Altdächern oder wenn Feuchteschäden bekannt sind
  • Bims- und Bimshohlkammerdielen: immer
  • Beton-Hohlkammerdielen: abhängig von der Betondeckung über den Hohlkammern
  • Holz und Holzwerkstoffe: generell bei Dicken unter 21 mm oder wenn Durchfeuchtungen bekannt sind
  • Sonstige Problemuntergründe (z.B. Aludächer, Sandwichelemente oder KalZip): immer

Die Verarbeitung der Schraubensysteme erfolgt mit Setzautomaten sowie Handsetzgeräten.

Die vormontierten Befestigungselemente bestehen aus einer Edelstahlschraube, einer Kunststofftülle mit patentierter, integrierter Schmelzsicherung und einem für die Induktionsverschweißung speziell beschichteten Halteteller. Für die Befestigung in Betonuntergründen kommt eine zusätzliche Kunststofftülle zum Einsatz (Bild r.)

Sichere Induktionsverschweißung

Danach werden die Plane bzw. Teilplanen auf der Dachfläche ausgebreitet und das Induktionsgerät über den Befestigungstellern positioniert. Die Aktivierungszeit für den Schweißvorgang mit den Haltetellern beträgt ca. 5 Sekunden. Abschließend werden die Schweißbereiche mit zum System gehörenden magnetischen Kühlstangen beschwert. Innerhalb von 45 weiteren Sekunden wird die Verbindung der Plane mit den Haltetellern dauerhaft gefestigt.

Ein weiterer, unschätzbarer Vorteil des Induktionsverfahrens besteht in der späteren, schadensfreien Trennung der EPDM-Plane von den Haltetellern. So kann z.B. bei einer nachträglich geplanten Flachdachaufstockung die Plane für eine erneute Induktionsverschweißung wiederverwendet werden. Es sind lediglich neue, speziell beschichtete Halteteller einzusetzen.

Sämtliche Systemkomponenten lassen sich insgesamt sicher und einfach auf der Baustelle handhaben. Details können vor Ort angefertigt werden oder man greift auf das umfangreiche Planenzubehör zurück. Zusätzlich stehen dem Verleger verschiedene Zubehörteile aus Edelstahl für die Ausbildung der Dachentwässerung zur Verfügung.

Mehr zum HERTALAN® RhinoBond® System finden Sie hier >

 


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Produkte Wissen

Erdberührte Bauteilabdichtung – Trockene Keller mit EPDM

RESITRIX® Dichtungsbahnen von CARLISLE® CM Europe haben sich seit Jahrzehnten bei der Abdichtung von Flachdächern aller Art bewährt. Die einlagigen EPDM-Abdichtungen schützen aber nicht nur Dächer. Sie gehören zu den sichersten Produkten, die zur Bauteilabdichtung im erdberührten Bereich eingesetzt werden können und überzeugen dabei durch eine lange Nutzungsdauer sowie eine einfache Verarbeitung.

Zunehmende Starkregenereignisse, die zu steigenden Grundwasserspiegeln führen und Überflutungsgefahren mit sich bringen sowie deutlich höhere Baukosten veranlassen zahlreiche Bauherren dazu, ihr Haus nicht zu unterkellern. Wer sich trotzdem bewusst für einen Keller entschieden hat, möchte diesen selbstverständlich auch möglichst vielfältig nutzen. Ob Fitness- oder Hobbyraum, Kinosaal oder behagliche Sauna – die Möglichkeiten sind zahlreich. Unbedingte Voraussetzung hierfür ist allerdings eine trockene Gebäudehülle. Eingedrungene Feuchtigkeit verursacht nicht nur den typischen, unangenehmen Modergeruch, sondern führt schlimmstenfalls dazu, dass die Kellerräume nicht mehr nutzbar sind. Wie so oft gilt auch hier: Vorbeugen ist besser als Heilen. Mit der Entscheidung für die richtige Abdichtung zusammen mit einer passend dimensionierten Perimeterdämmung wird sozusagen der eigentliche Grundstein für dauerhaft trockene Räume im Untergeschoss gelegt. Die Kellerabdichtung wird üblicherweise aus Bitumendickbeschichtung oder Bitumenbahnen hergestellt. Eine sehr gute Alternative stellen Elastomerbahnen aus dem Synthesekautschuk EPDM dar: Sie bieten diverse Vorteile gegenüber den bituminösen Werkstoffen.

BAUTEILABDICHTUNG NEU GEREGELT

Mit der Einführung des neuen, differenzierten Regelwerkes für die verschiedenen Bauteilabdichtungen wurden auch neue Festlegungen für die Abdichtung von erdberührten Bauteilen getroffen. Die seit 2017 geltende Konstruktionsnorm DIN 18533 umfasst alle Vorgaben für die Abdichtung gegen Bodenfeuchte, gegen nicht drückendes sowie gegen von außen drückendes Wasser, gegen nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken, gegen Spritzwasser am Wandsockel und gegen Kapillarwasser in und unter erdberührten Wänden. Sie definiert vordergründig folgende Kriterien zur Auswahl des geeigneten Abdichtungsstoffes und seiner Bauart:

  • Raumnutzungsklasse
  • Wassereinwirkungsklasse
  • Rissklasse des Untergrundes sowie Rissüberbrückungsklasse des Abdichtungssystems
  • Verformungsklasse im Bereich von Bewegungsfugen

 

RESITRIX® – EINLAGIGES MULTITALENT MIT VERSTÄRKUNG

Zu den bahnenförmigen Abdichtungsstoffen nach DIN 18533 gehören Elastomerbahnen, die bei einlagiger Ausführung die höchsten Einstufungen aller vorgenannten Kriterien erfüllen. RESITRIX® Dichtungsbahnen weisen einige material- und verlegetechnische Besonderheiten auf. Sie bestehen aus dem Synthesekautschuk EPDM und besitzen eine Verstärkung aus Glasgelege. Je nach Typ sind sie zusätzlich mit einer unterseitigen Beschichtung aus Polymerbitumen oder einer selbstklebenden Polymerbitumenschicht ausgerüstet.

Wie alle EPDM-Bahnen zeichnen sie sich durch ein dauerelastisches Verhalten bei gleichzeitig sehr hoher Witterungs- bzw. Alterungsbeständigkeit aus. Ihre Verstärkungseinlage sowie ihre weichmacherfreie Beschaffenheit garantieren ein schrumpffreies Verhalten. RESITRIX® gehört zur höchsten Rissklasse und erfüllt die Anforderungen für alle Wassereinwirkungsklassen. Diese Einstufung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Infolge der klimatischen Veränderungen ist zunehmend mit wechselnden, teilweise heftigen Niederschlägen zu rechnen. Die Hochwassergefahr nimmt stetig zu. So müssen gerade unterkellerte Gebäude, denen in der Vergangenheit lediglich die Wasserbeanspruchung „Bodenfeuchte“ zugeordnet wurde, vorsorglich als druckwasserbeansprucht eingestuft werden. Mit RESITRIX® EPDM-Bahnen kann eine besonders sichere Abdichtung im erdberührten Bereich ausgeführt werden. Je nach Anwendungsfall können sie lose verlegt bzw. voll- oder teilflächig verklebt werden.

VORTEILE DER ERDBERÜHRTEN BAUTEILABDICHTUNG MIT RESITRIX®

  • Ein Material für alle Aufgaben
  • Keine Trocknungszeiten – sofort wasser- und schlagregendicht
  • Keine Hohlkehlen und kein Messen der Schichtdicke erforderlich
  • Standfeste Wandabdichtung bei Selbstklebung mit RESITRIX® SK W Full Bond
  • Übergänge auf vorbereiteten WU-Beton ohne zusätzliche Einbauteile möglich

>Produktkatalog Bauwerksabdichtung hier herunterladen.

SICHERE HEISSLUFT-VERSCHWEISSUNG

Der Bahnenaufbau von RESITRIX® bildet ein Alleinstellungsmerkmal unter den am Markt verfügbaren EPDM-Dichtungsbahnen. Die unterseitige Polymerbitumenschicht von RESITRIX® wird in die mittels Heißluft zu verschweißenden Nahtverbindungen einbezogen. Es gibt also keine besonderen Fügenähte. Separate Deckstreifen an Querstößen und bei der Verlegung von angeschnittenen Bahnen entfallen. Der Bitumenfluss während der Nahtverschweißung erfordert
keine Zusatzmaßnahmen im Bereich von T-Stößen. Die gleichmäßig austretende und gut erkennbare Bitumenraupe an der Bahnenkante sowie das enorm große Schweißfenster bieten dem Verarbeiter zusätzliche Vorteile und erhöhen die Ausführungssicherheit. Dazu gehört natürlich auch der Ausschluss einer offenen Flamme während der Verlegung.

Resitrix Schichtenaufbau Visual

Schichtenaufbau der vollflächig selbstklebenden EPDM-Bahn RESITRIX® SK W Full Bond.

EINBAUMÖGLICHKEITEN VON RESITRIX®

Wegen des elastischen Verhaltens von RESITRIX® bestehen nur geringe Anforderungen an die Untergrundbeschaffenheit. Lediglich überstehende Putzreste müssen beseitigt werden. Offene Stoßfugen bzw. Hohlstellen bis 5 mm können verbleiben. Mit der selbstklebenden Bahnenvariante RESITRIX® SK W Full Bond werden nach vollflächiger Grundierung standfeste, abrutschsichere Klebeverbindungen hergestellt. Gerade im Bereich von Kellerwänden und Sockelbereichen ist dies ein unschätzbarer Vorteil. Auf vorbereitetem Betonuntergrund mit Rautiefen bis 1,5 mm können zudem nachweislich unterlaufsichere Verbindungen ausgeführt werden. So wird verhindert, dass im Leckagefall eine großflächige Wasserausbreitung unterhalb der Abdichtung stattfindet. Bodenplatten werden vorrangig aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt. Übergänge von Wandabdichtungen auf solche Bodenplatten stellen eine besondere Herausforderung dar. Aber auch hierfür gibt es eine einfache und sichere Lösung mit RESITRIX® SK W Full Bond. Dabei wird die Abdichtung bis auf die Stirnseite der Bodenplatte geführt und dort in einer Breite von 5 cm auf den geglätteten und von Schalungsölen befreiten Untergrund mittels Heißluft aufgeschweißt. In ähnlicher Weise können Arbeits- und Sollrissfugen innerhalb von WU-Betonbauteilen außenseitig abgedichtet werden. Hierbei werden Streifen aus RESITRIX® SK W Full Bond oberhalb der Fugen auf den entsprechend vorbereiteten Untergrund aufgeklebt und an beiden Seiten mittels Heißluft aufgeschweißt. Beide Anwendungsfälle gelten sowohl bei Einwirkung von nicht drückendem als auch von drückendem Wasser. Da sie nicht durch die DIN 18533 geregelt werden, liegen dafür gesonderte Nachweise in Form von allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen (abP) vor. Bei Einwirkung von drückendem Wasser erfolgt der Anschluss an Durchdringungen bzw. Einbauteile mit Fest- und Losflanschverbindungen. Die Anordnung von Hohlkehlen ist nicht erforderlich. Außerdem kann auf die aufwendige Prüfung der Dicke sowie Kontrollen der Trocknungszeiten, wie bei Abdichtungen aus Bitumendickbeschichtungen nötig, verzichtet werden. Direkt nach der Verarbeitung sind die EPDM-Abdichtungen wasser- und schlagregendicht.

 


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Wissen

Tipps für den Ortstermin mit einem Sachverständigen

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Die neuen Medien machen es möglich – sie stellen Fachwissen für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung – barrierefrei und rund um die Uhr. Während Kommentare zu den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks früher nur in gedruckter Form und in Fachkreisen vorlagen, kann sich heute jeder Bauherr auch ohne den nötigen Sachverstand diese und weitere Informationen aus dem Internet herunterladen und verinnerlichen. Das führt nicht selten zu gefährlichem Halbwissen und so ist der Streit am Bau oft vorprogrammiert.

Gestärkt durch das Selbststudium der Fachlektüre verlässt der Bauherr sich nicht mehr nur auf seinen Architekten, Dachdeckermeister oder auch den Sachverständigen – er bringt sich selbst wissend ein. Womöglich hat er auch in den Medien immer wieder wahrgenommen, dass die Bauschäden dramatisch zunehmen. Aber ist dies tatsächlich so oder stehen die Schäden durch die neue Medienvielfalt heute nur allgemein stärker im Fokus der Öffentlichkeit? Wenn es unterschiedliche Meinungen zur fachgerechten Ausführung zwischen den am Bau Beteiligten gibt, kann ein Ortstermin mit einem vereidigten Sachverständigen sinnvoll sein. Der Ortstermin muss nicht unbedingt einen gerichtlichen Ursprung haben, er kann eine Vorstufe sein, um unterschiedliche Sichtweisen zu erläutern und die Weichen für eine Einigung stellen. So muss der Dachdecker bei einem ersten Ortstermin auch nicht zwingend einen Rechtsbeistand hinzuziehen. Wenn man ein paar einfache Grundregeln beachtet, lässt sich ein Ortstermin jedoch gut überstehen und als das nutzen, wofür er geschaffen wurde – als Chance für eine gütliche Einigung.

Was Sie vor dem Ortstermin beachten sollten

  1. Seien Sie pünktlich sowie gedanklich und sachlich gut vorbereitet.
  2. Falls Sie eine Probeöffnung durchführen sollen, halten Sie entsprechendes Werkzeug und Material bereit. Machen Sie jedoch keine freiwilligen Probeöffnungen, um zu zeigen, wie sorgfältig Sie gearbeitet haben. Falls Sie genau an dieser Stelle etwas offenlegen, was bisher nicht im Fokus des Sachverständigen lag, ist eventuell ein weiterer Mangel relevant.
  3. Fragen Sie sich, welche Mitarbeiter die Baustelle abgewickelt haben und ob Sie sich eventuell noch auf Überraschungen gefasst machen müssen wie Bauschuttreste, Bierflaschen oder Zigarettenkippen in Bereichen, die nicht leicht einsehbar sind.
  4. Der Ortstermin ist immer Chefsache!
  5. Der Mitarbeiter, der eventuell am Ortstermin teilnimmt, muss ein loyaler Mitarbeiter sein, der sich in Ihrem Betrieb wohlfühlt und respektiert wird. Auf keinen Fall jemand, der eventuell noch eine Privatabrechnung mit Ihrer Firma vornehmen möchte und dem Gutachter Hinweise gibt, die nicht nötig gewesen wären. Dies stellt bei dem heutigen Fachkräftemangel eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar, da der eventuelle Verlust des Arbeitsplatzes nicht mit einem Beschäftigungsverlust verbunden sein muss. Die Erfahrung zeigt zwar, dass die Vorarbeiter und Gesellen bis auf ganz wenige Ausnahmen zu ihrer Firma stehen. Man muss sie jedoch häufig in ihrem Eifer bremsen, weil sie nicht ausreichend über die aktuellen Fachregeln informiert sind.
  6. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter darauf hin, was im Umgang mit der Gegenseite zu beachten ist: Höflichkeit, Sauberkeit, Zurückhaltung. Abgestimmte Angaben zur Sache sind erforderlich und dienlich.

Was Sie während des Ortstermins beachten sollten

  1. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – erzählen Sie nicht zu viel ungefragt.
  2. Lassen Sie sich nicht provozieren, wie z.B. durch
    • Ihre Arbeit wird schlecht gemacht
    • Sie werden als unzuverlässig dargestellt
    • Sie hätten auf freundliche Hinweise des Auftraggebers nicht reagiert
    • Sie seien nicht der billigste Verarbeiter gewesen, der Auftraggeber habe sich daher bewusst für Ihre Firma entschieden und jetzt „so etwas“
  3. Schalten Sie Ihr Handy aus – Ihnen könnten ansonsten wichtige Feststellungen und Hinweise während des Ortstermins entgehen.
  4. Notieren Sie sich alle Argumente der Gegenpartei, so können Sie nach dem Ortstermin in Ruhe überlegen, wie Sie darauf reagieren werden.

Was Sie nach dem Orstermin beachten sollten

  1. Reichen Sie die erforderlichen Unterlagen ein, bevor das Gutachten erstellt wird (Windlastberechnung, Entwässerungsberechnung, Verarbeitungshinweise der Hersteller der verwendeten Produkte), wenn der Sachverständige anzweifelt, dass diese Dinge erstellt wurden bzw. nach ihnen gearbeitet wurde.
  2. Seien Sie zu erträglichen Zugeständnissen bereit, um eine gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden, denn eindeutige Sieger sind in Bau-Prozessen die absolute Ausnahme. Bau-Prozesse sind nicht nur lang und teuer, sie sind für die Beteiligten auch eine Belastung. Von ihnen profitieren häufig nur die Rechtsanwälte.
  3. Falls Sie sich für einen Rechtsanwalt zu Ihrer Unterstützung entscheiden, wählen Sie einen Anwalt, der sich auf Baurecht spezialisiert hat.

 


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Produkte Unternehmen Wissen

CARLISLE® ACADEMY – Weiterbildung, die wirklich weiterbringt!

Wir lassen Sie nicht im Regen stehen! Dieses Versprechen bezieht sich nicht nur auf die Qualität der CARLISLE® Abdichtungsprodukte, sondern auch auf die professionellen Kundenschulungen in der CARLISLE® ACADEMY.

Die Schulung der Anwender im Umgang mit den CARLISLE® Abdichtungsprodukten hat Tradition. Der Hersteller hat seit jeher darauf gesetzt, gemeinsam mit dem Handel Informationsveranstaltungen und Praxisvorführungen anzubieten, damit die Handwerker das Beste aus dem Material herausholen können. Hat ein Verarbeiter noch keine Erfahrung mit RESITRIX® EPDM-Bahnen oder HERTALAN® EPDM-Planen machen können, bietet CARLISLE® bei der Erstverlegung eine Baustelleneinweisung durch einen Mitarbeiter der hauseigenen Anwendungstechnik an. Dieser Service ist nicht selbstverständlich und wird daher von den Betrieben sehr begrüßt. In Summe kommen so pro Jahr einige hundert Schulungen im Handel und auf Baustellen zusammen. Daher reifte im Unternehmen der Gedanke, das Thema Weiterbildung zu Einsatzmöglichkeiten und sicherer Verarbeitung der CARLISLE® Produkte auf die nächste Ebene zu heben und die CARLISLE® ACADEMY zu gründen.

Hier geht’s zur CARLISLE® ACADEMY Website

VERANTWORTUNG FÜR UNSERE KUNDEN

Rudolf Bürdek, Leiter CARLISLE® ACADEMY

„Wir sind uns bewusst, dass wir als Europas führender Hersteller von dauerhaft sicheren EPDM-Abdichtungsprodukten eine große Verantwortung für unsere Kunden tragen“, erklärt Rudolf Bürdek, Leiter der CARLISLE® ACADEMY. Der Diplom-Ingenieur ist seit 2014 Leiter der Architektenberatung bei CARLISLE® und verantwortet in dieser Funktion auch das Schulungsangebot der ACADEMY an den Standorten Hamburg und Waltershausen in Thüringen.

„Wenn wir in unseren Räumlichkeiten schulen, haben wir ganz andere Möglichkeiten, auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen einzugehen“,

erläutert Rudolf Bürdek. „In der Schulungsumgebung darf man auch einmal einen Fehler machen und so ohne Risiko erfahren, wo die eigenen Grenzen oder die des Materials liegen. Denn man läuft nicht gleich Gefahr, diesen Fehler auf der Baustelle zu machen, wo er unter Umständen nicht mehr korrgiert werden kann“, ergänzt er.

PROFIWISSEN AN ZWEI STANDORTEN

Im Oktober 2015 öffnete die CARLISLE® ACADEMY am Produktionsstandort Hamburg-Harburg ihre Türen. Dort befindet sich auch das Technikum, Sitz der hausinternen Forschung und Entwicklung. Hier werden nicht nur neue Produkte und Einsatzmöglichkeiten entwickelt, sondern auch die gleichbleibend hohe Qualität der bestehenden Produkte gesichert. Im Prüflabor werden dazu beispielsweise kontinuierliche Windsog- und Alterungstests durchgeführt. Den Ingenieuren und Technikern ist der regelmäßige Austausch mit den Kunden sehr wichtig, denn sie begreifen ihre Arbeit als möglichst kunden- und anwendungsorientiert. Die Besucher der ACADEMY schätzen es wiederum, dass ihre Meinung gefragt ist und sie auch einmal einen Blick hinter die Kulissen
der EPDM-Produktion werfen können.

Seit September 2018 gibt es einen zweiten ACADEMY Standort im thüringischen Waltershausen. Dort entstand auf einer 11.600 Quadratmeter großen Innenfläche eine hochmoderne und flexibel erweiterbare Produktions- und Logistikhalle. Unter einem Dach vereint das Unternehmen auch Räume für die Verwaltung sowie die ACADEMY.

„Obwohl viele Schulungsteilnehmer auch sehr gern zu uns nach Hamburg kommen, war es für uns logisch, ein weiteres Schulungszentrum in der geographischen Mitte Deutschlands zu eröffnen. So ermöglichen wir es deutschlandweit einfach noch mehr Kunden, unser Weiterbildungsangebot zu nutzen“,

begründet Rudolf Bürdek die Entscheidung des Unternehmens.

DAS CARLISLE® ACADEMY TEAM

Der ACADEMY Leiter ist für die Ausgestaltung und Entwicklung des Weiterbildungsangebotes an beiden Standorten verantwortlich. Für das Tagesgeschäft jedoch vertraut er voll und ganz auf seine erfahrenen Schulungsleiter: Carsten Henkel in der ACADEMY Waltershausen, Marko Grimm in der Hamburger ACADEMY. Beide Kollegen kennen die Möglichkeiten der CARLISLE® Produkte in- und auswendig: Carsten Henkel arbeitete jahrelang im Team Anwendungstechnik des Herstellers, Marko Grimm war zuvor mehrere Jahre als Fachberater im Vertriebsaußendienst für CARLISLE® unterwegs. Die Schulungsleiter leben praktisch für „ihre“ ACADEMY und vermitteln ihr Profiwissen mit Engagement und Leidenschaft an die Teilnehmer. Dass sie richtig Freude an ihrer Arbeit haben, merkt man auch daran, dass der Spaßfaktor bei den Schulungen nicht zu kurz kommt – nicht zuletzt das schätzen die Kunden an den CARLISLE® Veranstaltungen. Tatkräftig unterstützt werden die beiden von den ACADEMY Assistentinnen: Astrid Tumforde in Hamburg und Anja Wolf in Waltershausen. Ihr Motto lautet „Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger!“. Und bei all den vielen Aufgaben, die die Kolleginnen täglich hervorragend meistern, haben sie immer noch ein freundliches Lächeln für Teilnehmer und Kollegen übrig.

(v.l.n.r.) Schulungsleiter Marko Grimm (Hamburg), Rudolf Bürdek, Leiter CARLISLE® ACADEMY, ACADEMY Assistentinnen: Astrid Tumforde (Hamburg) und Anja Wolf (Waltershausen), Schulungsleiter Carsten Henkel (Waltershausen)

WAS BIETET DIE CARLISLE® ACADEMY?

„Unser Weiterbildungsangebot umfasst Grund- und Aufbaukurse für Verarbeiter, in denen wir eine gesunde Mischung aus Theorie und Praxis für die Kunden bereithalten“, beschreibt Carsten Henkel das Konzept der CARLISLE® ACADEMY.

„Sie können nur das Beste aus unserem Material herausholen, wenn wir unsere jahrzehntelange Erfahrung mit EPDM an sie weitergeben und sie professionell und umfassend in der Verarbeitung unserer Produkte schulen“,

ergänzt er. Marko Grimm fügt hinzu „Nach erfolgreich absolviertem Aufbaukurs erfolgt die Prüfung zum qualifizierten Fachverleger für unsere Produkte. So können unsere Kunden nicht nur die Qualität ihrer Arbeit verbessern, sondern auch die Zufriedenheit ihrer Kunden steigern und das zahlt sich aus.“ Aber auch Fachhändler sowie Architekten und Planer finden in der ACADEMY speziell auf sie zugeschnittene Seminare, die sich auszahlen. Für die Tagesveranstaltung „Das sichere Flachdach!“, das Rudolf Bürdek und seine Kollegen aus der Architektenberatung bundesweit anbieten, sind sogar Weiterbildungspunkte der Architektenkammern erhältlich. Das Konzept geht auf: CARLISLE® verzeichnet stetig steigende Besucherzahlen an beiden Schulungsstandorten. Bis einschließlich Herbst 2019 hat das ACADEMY Team bereits über 5.000 Teilnehmer erfolgreich durch spannende Schulungstage begleitet und freut sich bereits auf die nächste Schulungssaison.

Zum Schulungsprogramm der CARLISLE® ACADEMY

 


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